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Hallesche sieht ambulante OPs auf dem Vormarsch

In der Praxis kurz unters Messer? Die Hallesche Krankenversicherung will ihren kranken- vollversicherten Kunden verstärkt ambulante Operationen anbieten und hat zu diesem Zweck einen Rahmenvertrag mit der Deutschen Praxisklinikgesellschaft abgeschlossen. Geschätzte 15 Prozent aller OPs müssten aus medizinischer Sicht nicht mit einem statio- nären Aufenthalt verbunden sein, so die Hallesche, sondern könnten auch in einem Opera- tionszentrum durchgeführt werden.

Etwa 1.600 Euro lassen sich einsparen, wenn eine Operation ambulant statt stationär durchgeführt wird. Doch auch auf Seite des Patienten spricht vieles für einen kurzen Eingriff in der Tagesklinik: Teilnarkose, die Aussicht auf schnelle Entlassung und ein geringeres Infektionsrisiko tragen erheblich zur raschen Genesung nach OPs bei.

Terminvereinbarung inklusive

Wer sich für einen Eingriff in einer der Vertragskliniken entscheidet, erhält nicht nur modernste Medizintechnik und neuesten Anästhesieverfahren, sondern je nach Schwere des Eingriffs auch die Möglichkeit, die Folgenacht unter ärztlicher Aufsicht zu verbringen. Im Rahmen des Servicegedankens übernimmt die Hallesche im Vorfeld auch die Terminab- sprache in einer der Praxiskliniken, die sich auf die folgenden 29 deutsche Städte verteilen:

Aschaffenburg (Augenklinik Aschaffenburg), Augsburg, Bayreuth, Berlin (Augenklinik Wittenbergplatz, Ambulantes Operationszentrum, Privatklinik Schloßstrasse, Praxisklinik Spandau) Bocholt, Braunschweig (AOZ), Bremerhaven, Dillingen, Dortmund, Essen, Ettlingen, Freiburg, Hamburg (Tagesklinik Altonaer Strase), Heidelberg (OP-Centrum Heidelberg), Hofheim, Ingolstadt, Köln (Ärzte für Anästhesie), Limburgerhof, Mainz, Marktredwitz, Memmingen (COC Allgäu), München (AOZ München Nord), Nürnberg, Regensburg, Rostock, Solingen, Stuttgart, Weiden (Augenarztpraxis Dr. Gamringer & Kollegen), Wetzlar.

Ambulante OP und Selbstbehalt

Privat krankenversicherte Patienten, deren Vertrag eine ambulante OP-Klausel sowie einen ambulanten Selbstbehalt vorsieht, bekommen, wenn sie sich für eine Praxisklinik statt fürs Krankenhaus entscheiden, diese Kosten nicht auf ihren Eigenanteil angerechnet. Der Eingriff wird, wie beispielsweise im PURISMA MAX 600-Tarif der Mannheimer privaten Krankenversicherung, wie eine stationäre Leistung gewertet.

Atopische Erkrankungen – Risikozuschläge in der PKV

Neue Volkskrankheit „Atopie“ – unter diesem Begriff fassen Ärzte Neurodermitis und allergisches Asthma zusammen, die häufig auch als Folge oder in Kombination mit (Pollen-) Allergien auftreten. In den Industrieländern sind diese Symptome, die auf eine überschießende Reaktion des Immunsystems zurückgehen, deutlich auf dem Vormarsch. Nach Aussagen des Bundesverbandes Neurodermitiskranker in Deutschland e.V. leiden mittlerweile sogar ein Drittel der deutschen Bevölkerung an einer der Krankheiten – mit steigender Temdenz. Bei der Erklärung über Entstehung und Ursache tappen Schulmediziner bislang im Dunkeln. Sicher ist nur, dass eine Heilung kaum möglich ist, sondern Beschwerden nur gelindert werden können.

Pollen-, Lebensmittel- oder Kontakt- oder Tierhaarallergie – hierbei handelt es sich nicht um gefährliche Stoffe wie Viren oder Keime und dennoch schlägt das Immunsystem um sich. Bisher haben Forscher bis zu 20.000 Substanzen mit allergieauslösendem Potenzial gefunden, die sich in der Lebensumwelt des Menschen befinden, das Immunsystem reizen und dennoch kaum vermieden werden können.

Gleicher Auslöser – unterschiedliche Reaktionen: Die Symptome einer Allergie rufen beim einen laufende Nase und gerötete Augen, beim anderen Asthmaanfälle hervor. Andere wiederum reagieren mit Hautausschlag wie Neurodermitis oder Nesselsucht. Eines ist den befallenen Organen jedoch gemein: Sie sind nicht Ursprung der Krankheit, sondern nur die sichtbare Oberfläche eines fehlgeleiteten Prozesses.

Die Ursache für eine fehlerhafte Reaktion des Immunsystems wird daher meist im Rahmen eines ganzheitlichen Behandlungsansatzes gesucht und behandelt. Daher ist es ratsam,  einen Allgemeinarzt mit alternativmedzinischem Hintergrund aufsuchen. In manchen Fällen leiden Betroffene beispielsweise jahrelang an einem Hautekzem und können schließlich durch eine Darmsanierung unkompliziert und dauerhaft geheilt werden. Auch Stoffwechselstörungen tauchen gelegentlich unter dem Deckmantel einer Hauterkrankung auf. Entgegen schulmedizinischer Aussagen kann sich deshalb eine Ursachenforschung als durchaus lohnenswert erweisen.

Harmloser Heuschnupfen? Rechtzeitig zum Arzt!

Manchmal kann jedoch schon präventiv gehandelt werden. Häufig beginnt eine Atopie mit etwa Heuschnupfen im Kindesalter. Bleibt dieser unbehandelt, kann sich daraus leicht allergisches Asthma entwickeln. Ärzte sprechen dann vom Etagenwechsel, wenn sich die allergischen Symptome von Nase und Augen auf die Bronchienschleimhaut verlagern. Experten zufolge trägt jeder dritte Heuschnupfen-Patient das Risiko in sich, später an Asthma zu erkranken. Auch kleine Kinder mit atopischer Dermatitis haben ein um 50 Prozent erhöhtes Risiko, später an allergischem Asthma zu erkranken.

Daher ist es wichtig, bei den ersten Symptomen von Heuschnupfen rechtzeitig einen Arzt aufzusuchen und einen umfassenden Allergietest zu machen. Wenn eine Vermeidung der Stoffe nicht möglich ist, sollte eine Hypo- und Desensibilisierung vorgenommen werden, die eine kontrollierte Gewöhnung an den Reizstoff erlaubt und sich über mindestens drei Jahre erstreckt.

Chronische und Vorerkrankungen verteuern PKV-Prämie

Menschen mit chronischen Krankheiten haben es in der Regel schwerer, einen Vertrag mit privaten Krankenversicherern abzuschließen, weil sie sich voraussichtlich auch langfristig in dauerhafter ärztlicher Behandlung befinden. Insbesondere, wenn mehrere atopische Symptome zusammenkommen, wird die Suche nach der passenden Gesellschaft nicht leicht. Erfahrungswerte zeigen allerdings, wo Betroffene gute Chancen auf eine Vertragsannahme haben, wo Ausschlüsse stattfinden und wie hoch die Risikozuschläge ausfallen können.

  • (Allergisches) Asthma: Arag und Central prüfen die Unterlagen, während der Münchner Verein einen 30-prozentigen Risikozuschlag auf die Prämie erhebt und die HanseMerkur Asthma-Erkrankte meist vollständig ablehnt. Bei Union und BBK sollten Betroffene nachfragen
  • Allergien im allgemeinen werden bei der Arag mit einem 20-prozentigen Risikozuschlag auf den ambulanten Baustein belegt. Bei der Central bestehen gute Chancen auf eine Annahme und bei der HanseMerkur muss mit einem Zuschlag von 25 Euro gerechnet werden. Wenn eine Hyposensibilisierung durchgeführt wurde, kann sich der Zuschlag auf die Hälfte reduzieren. Der Münchner Verein erhebt fünf Prozent auf den Tarifbeitrag (kann aber auch entfallen)
  • Wer an einer Nahrungsmittelallergie, Neurodermitis oder Schuppenflechte leidet, sollte bei der Halleschen eine Prüfung des Gesundheitszustandes verlangen und sich nach deren Aufnahmebedingungen und eventuellen Risikozuschlägen erkundigen
  • Bei der HanseMerkur werden Neurodermitits-Kranke in der Regel abgelehnt
  • Menschen mit Schuppenflechte beispielsweise können dagegen bei der Arag mit einer Annahme rechnen. In der Regel wird dafür jedoch ein 20-prozentiger Risikozuschlag fällig

UniVersa – Konservative Anlagepolitik verschafft Sicherheit

Die uniVersa Krankenversicherung hob sich jüngst mit zwei besonderen Merkmalen aus der PKV-Gesamtbranche hervor. Das für 2009 erzielte Geschäftsergebnis konnte den Branchendurchschnitt der Krankenversicherungen eindeutig übertreffen. Außerdem bietet die Gesellschaft eine Zahnzusatzversicherung an, die auf Gesundheitsprüfungen und Wartezeiten verzichtet – aber das Kleingedruckte sollte man trotzdem lesen.

Positives Gesamtergebnis für die Universa Versicherungen im Jahr 2009: Trotz Finanzkrise und branchenweitem Einbruch des PKV-Neukundengeschäfts erzielte das Unternehmen 3,8 Prozent mehr Beitragseinnahmen und konnte diese auf insgesamt 593,6 Millionen Euro steigern. Erfreulich insbesondere für die Versichertenschaft, denn sie profitieren ganz besonders von der guten Bilanz der Nürnberger Gesellschaft in Form einer erhöhten Beitragsrückerstattung. Die Zuführung zur Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB) betrug 60,8 Millionen Euro.

Keine riskanten Anleihen

Zukunftssicher, schuldenfrei und solide – das sind die Ziele, die sich die uniVersa jeden Tag aufs Neue setzt. In diesem Sinne wurde das uniVersa-Eigenkapital zur Stärkung der Solvabilität des Unternehmens auf 138,6 Millionen Euro angehoben, verkündet Vorstandsvorsitzender Gerhard Glatz. Als erfolgreich hat sich auch die Strategie bewiesen, auf die er bezüglich der Anlageform gesetzt hat: Statt Griechenland-Anleihen kommen hier allein deutsche Staatstitel mit höchster Bonität und langen Laufzeiten zum Tragen. Außerdem setzt das Unternehmen auf inflationssichere Immobilien sowie auf „erstrangige Hypothekendarlehen“, so Glatz. Die Nicht-Inanspruchnahme der Bilanzierungshilfe (HGB-Paragraph 431 b) rundet die Positivmeldungen des Unternehmen noch zusätzlich ab.

Zahlen im Krankenversicherungsbereich

Das überdurchschnittliche Wachstum manifestiert sich auch durch die Krankenversicherungs-Beitragseinnahmen, die 2009 um 5,3 Prozent auf auf 466,6 Millionen Euro angewachsen sind. Der Marktdurchschnitt lag dagegen nur bei 3,8 Prozent. Dadurch ließ sich der höchste jemals in der uniVersa-Krankenversicherungsgeschichte erzielte Wert der Rückstellung für Beitragsrückerstattungen in Höhe von 43,8 Millionen Euro erreichen. Weitere Steigerungen konnte das Unternehmen im Bereich der Aufstockung des Eigenkapitals auf 95,5 Millionen Euro bekannt geben. Das erlaubt eine langfristige Sicherung von Ansprüchen.

dent│Komfort und dent│Privat – Zahnersatz ohne Gesundheitsprüfung

Neues Highlight im Tarifportfolio der uniVersa sind die beiden neuen Zahnzusatztarife dent│Komfort und dent│Privat, die nach Unternehmensaussagen seit Jahresbeginn etwa 3.000 mal verkauft wurden und dem Erfolgsrezept durch „einige hervorragende Bewer-tungsergebnisse“ bestätigen. „Unkomplizierter Abschluss ohne Gesundheitsprüfung“, lobt Glatz die hervorragenden Abschlussbedingungen der Policen.

Keine Gesundheitsprüfung und keine Wartezeit im dent│Privat – was bedeutet das?

Der dent│Privat verzichtet zwar laut AGB auf die branchenübliche Frist einer achtmonatigen Wartezeit. Das gilt allerdings nicht für teuren Zahnersatz, sondern lediglich für zahnprophylaktische Maßnahmen wie die professionelle Zahnreinigung bis zu einem Maximalbetrag von 75 Euro, deren Rechnung dann zusammen mit einem zahnärztlichen Nachweis über den aktuellen Zahnstatus des Versicherten eingereicht werden muss – beispielsweise im zweiten Versicherungsmonat. Dadurch erhält die Gesellschaft trotz Verzicht auf die Gesundheitsprüfung, womit sie den Tarif bewirbt, einen Einblick ins Gebiss ihres Versicherten.

Was bringt der Wartezeitenerlass tatsächlich?

Der zahnärztliche Befundbericht wird von der Versicherungsgesellschaft geprüft und führt im günstigsten Falle zu einem Nachtrag zum Versicherungsschein. Bekommt der Versicherte einen einwandfreien Gebisszustand bestätigt, entfällt die Wartezeit. Der Haken dabei: Wer ein tiptop Gebiss hat und keine zahnärztlichen Maßnahmen angeraten bekommt oder beabsichtigt, benötigt in der Regel keinen umfangreichen Zahnersatz vor Ablauf der Wartezeit. Daher hebt sich der Nutzen dieser Ausnahmeregelungen quasi wieder auf.

Gesundheitsprüfung im Vorfeld empfehlenswerter

Auf der sichersten Seite sind Versicherte, wenn sie den Vertrag mit einer Gesundheitsprüfung abschließen. Denn dadurch wird das Risiko, dass die Gesellschaft im Bedarfsfall nach eigenem Ermessen leistet, ausgeschlossen. Nach acht Monaten besteht Leistungspflicht und ein Zusammenhang zwischen einer aktuellen und einer Vorerkrankung darf nicht mehr vermutet werden.

Urteil: Wechselrecht innerhalb PKV zugunsten Versicherter geregelt

Tarifwechsel dürfen keine Zuschläge erfordern. Ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes Leipzig hat der bisherigen Interpretationsfreiheit des Tarifwechselregelungen innerhalb einer privaten Krankenversicherung zunächst einen Riegel vorgeschoben

Die Allianz Krankenversicherung hatte von Altkunden einen sogenannten Tarifstrukturzu-schlag gefordert, die von einem teuren Alttarif in den neu auferlegen Tarif der AktiMed-Serie wechseln wollten. Im konkreten Fall wurde einem 58-jährigen Freiberufler mit 400 Euro Monatsprämie und Wechselwunsch in einen günstigeren Tarif ein Zuschlag von 100 Euro pro Monat auferlegt und damit die Prämienersparnis wieder wettgemacht.

Geklagt hatte die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht), die diese Praxis für unrechtmäßig ansah. Im Vorfeld fiel bereits ein Urteil zur gleichen Thematik zugunsten der Allianz aus. Nun unterlag die Münchner Versicherungsgesellschaft der Bundesanstalt in höherer Instanz. Die Richter stellten fest, dass eine Erhebung von pauschalen Risikozuschlägen unzulässig sei. Hätte diese Regelung Eingang in die Praxis gefunden, wären auf ältere Versicherte womöglich deutlich höhere finanzielle Belastungen zugekommen.

„Nun besteht Rechtssicherheit, wie das vertragliche Wechselrecht auszulegen ist, und zwar so, wie der Gesetzgeber es gewollt hat“, äußerte sich auch Helmut Müller zufrieden, der Ombudsmann der privaten Krankenversicherung und misst dem Urteil eine sehr hohe Bedeutung zu. Zugleich zeigte sich die Allianz überrascht vom Verhandlungsausgang und wartet das schriftliche Urteil ab.

Die AktiMed-Tarif-Serie wurde vor drei Jahren auf dem Markt gebracht und richtet sich mit ihren günstigen Prämien hauptsächlich an Neukunden. Um einen Wechsel älterer und damit auch gesundheitlich vorbelasteter Kunden schwieriger zu machen und somit die dadurch entstehenden finanziellen Nachteile auf Seiten der Gesellschaft auszugleichen, wurden die pauschalen Wechselzuschläge eingeführt. Fazit: Der Tarif bleibt „jung“ und preislich sehr attraktiv.

In der Argumentation der Allianz sei eine Vergleichbarkeit der beiden Tarifsysteme aufgrund der unterschiedlichen Risikokalkulation nicht möglich. Alte Verträge würden nach pauschalen Risiken kalkuliert, neue hätten dagegen eine niedrige Grundprämie mit besonderen Aufschlägen für Vorerkrankungen, schreibt das Wirtschaftsmagazin „Handelsblatt“ in seiner Online-Ausgabe vom 24. Juni.

Was die Gesellschaften aus alten Fehlern in Annahmepolitik und Risikokalkulation gelernt haben, könnten sie in neuen Tarifen positiv anwenden. Tatsache ist aber auch, dass geschlossene Alttarife, die sich durch Fehlkalkulation nicht mehr für einen Neuzugang lohnen, immer stärker vergreisen und sich dadurch verteuern.

Die Handhabung einer Gesellschaft, Tarife ab einem bestimmten Alter zu schließen oder nicht, kann ein wichtiges Kriterien für die richtige Wahl einer privaten Krankenversicherung sein. Einige Anbieter, unter anderem die Süddeutsche Krankenversicherung schließen prinzipiell keine Alttarife und halten so durch den kontinuierlichen Neuzugang die Prämien auch im Alter relativ stabil, während das Neukundengeschäft seltener mit niedrigen Prämien locken kann.

PKV und Übergewicht – Wann werden Risikozu-schläge erhoben?

PKV  Übergewicht Risikozuschlag Diabetes Bandscheibe

Ein späterer Wechsel in eine private Krankenversicherung ist nichts ungewöhnliches – vor allem, weil Arbeitnehmer  gegenwärtig über einen immer längeren Zeitraum ein stetig steigendes Jahresgehalt nachweisen müssen.

Zwar finden sich in der weitläufigen Tarif-Landschaft auch Prämien in moderaten Höhen für die 40-plus-Generation. In der Regel wird jedoch eine Aufnahme mit über 40 durch zwischenzeitlich aufgetretene Krankheiten häufig erschwert. Bei Übergewicht und Co. drohen Risikozuschläge in unterschiedlichem Ausmaß.

Übergewicht spielt bei Männern mit zunehmendem Alter eine etwas größere Rolle als bei Frauen. Zwischen dem 40. und 45. Lebensjahr leiden etwa 58 von 100 Männern in Deutschland an überflüssigen Pfunden. Obwohl Frauen in der landläufigen Vorstellung häufiger mit dieser Krankheit in Verbindung gebracht werden, sind bei ihnen in der gleichen Altersspanne lediglich 33 von 100 betroffen.

Mehr Kilo – Mehr Prämie

Bei der Antragstellung für einer private Krankenversicherung stellt das Körpergewicht einen nicht unerheblichen Faktor da. Anhand des Body-Maß-Index entscheidet jede Gesellschaft individuell, wann ein Risikozuschlag erhoben wird und wann eine Person überhaupt nicht mehr versicherbar ist.

Eine großzügige Spanne beim Körpergewicht erlaubt die Central. Erwachsene gelten bei dem Kölner Unternehmen erst ab einem Body-Maß-Index von 40 als nicht mehr versicherbar. Für einen Mann mit Körpergröße 1,80 m stellen 120 Kilogramm ein grenz-wertiges Gewicht dar. Wiegt er 130 Kilo, erfolgt in der Regel eine Ablehnung.

Frauen mit einer Körpergröße von 1,60 m dürfen nicht mehr als 100 Kilo wiegen. Aber auch Untergewicht wird kritisch geprüft: Wenn die Waage  im vorigen Beispiel eine Zahl unterhalb der 43-Kilo-Marke anzeigt, wird Magersucht angenommen und damit eine Vertrags-annahme in der Regel unmöglich. Für leichtes Über- sowie Untergewicht werden allerdings bereits auch prozentuale Risikozuschläge fällig.

Unterschiedliche Gesellschaften, unterschiedliche Gewichtung

Andere private Krankenversicherungsgesellschaften haben andere Maßstäbe. Die AXA Krankenversicherung erlaubt lediglich einen Body-Maß-Index von 33, während Neukunden bei der HanseMerkur auch trotz leichtem Übergewicht risikozuschlagsfrei in den Versicherungsvertrag einsteigen können. Hier liegt die Grenze bei 28. Ein Mann mit Körpergröße von 1,80 m sollte demnach möglichst nicht mehr 90 Kilogramm wiegen. Eine Frau von 1,60 m kann sich bei der HanseMerkur bis zu einem Körpergewicht von 70 Kilogramm risikozuschlagsfrei versichern.

Vorerkrankung Bluthochdruck

Bluthochdruck stellt eine weitere jener Krankheiten dar, die sich hauptsächlich mit zunehmendem Alter einschleichen. In dem Fall lohnt sich eine Anfrage bei Arag und Central, die dieses Volksleiden nicht grundsätzlich als unüberschaubares Gesundheits-risiko ausschließen. Der Neukunde darf jedoch nicht gleichzeitig an Diabetes leiden, denn das schließen beide Gesellschaften als nicht versicherbare Diagnose aus.

Vorerkrankung Bandscheibenvorfall

Auch der Bandscheibenvorfall wird von PKV zu PKV unterschiedlich bewertet. Arag, Continentale und Central prüfen die ärztlichen Unterlagen, bevor sie einen Neukunden mit einer Wirbelsäulenerkrankung aufnehmen. Bei der Halleschen muss der Vorfall mindestens ein Jahr zurückliegen und nach drei Jahren der Beschwerdefreiheit entfällt dann schließlich auch der Risikozuschlag. Die HanseMerkur wiederum verlangt nach einer Bandscheiben-OP eine fünfjährige Wartezeit, bevor sie eine Gesundheitsprüfung durchführt und damit eine mögliche Annahme in Betracht zieht.

Bioenergetik bei der Barmenia

Schiefe Haltung – Seele aus dem Gleichgewicht? Der körperliche Ausdruck eines Erkrankten kann Spiegel seines Inneren sein. Von dieser Überlegung geht die bioenergetische Medizin aus und versucht, mit verschiedenen Diagnosetechniken verborgene seelische oder emotionale Blockaden aufzuspüren und zu lösen. Wie funktioniert das und wo bekommt man die Kosten erstattet?

Der Therapeut geht mittels Massagen, Atem- und Dehnübungen der Ursache auf den Grund. In diese Kategorie fällt auch das sogenannte Grounding: Der Patient wird geerdet, sprich, die aufgeladene Spannung im Körper soll mit der irdischen Realität verbunden werden. Auch Aspekte der Psychotherapie spielen hier eine Rolle: Die gelöste Energie entlädt sich nicht einfach so, sondern in psychischen Umwälzungen, die dann im Gespräch verarbeitet werden.

Im Analyseteil verknüpft der Heilpraktiker die im Gespräch gewonnenen Bilder, Gefühle und Assoziationen des Patienten mit seiner Vergangenheit. In diesem Zuge soll Verdrängtes an die Oberfläche geholt und mit den aktuellen Lebenskonflikten zusammengeführt werden, um diese letztendlich zu erkennen und dauerhaft zu bewältigen.

Die Barmenia Private Krankenversicherung hat in ihren Tarifen mit Naturheilkunde-Schwerpunkt eine ganze Bandbreite an therapeutischen und diagnostischen Verfahren aufgelistet. Aus dem Repertoire der Bioenergetik werden außerdem erstattet:

  • Bioelektronische Systemdiagnostik und -therapie einschließlich Elektroakupunktur nach Voll (EAV)
  • Bioelektrische Funktionsdiagnostik
  • Biophysikalische Informations-Therapie
  • Bioresonanzdiagnostik und -therapie
  • Moratherapie
  • Magnetfeldtherapie
  • Elektro-Neuraldiagnostik und -therapie
  • Störfeld-Therapie
  • Kirlian-Fotografie
  • Thermographie
  • Segmentelektrogramm

Gesunder Organismus – Keine Störungen

Wird ein Bioresonanzgerät eingesetzt, ermittelt der Therapeut die elektromagnetischen Schwingungen des Körpers über Elektroden. Daraus gewinnt er Informationen, ob die Organe gesund sind. Wenn nicht, sendet das elektromagnetische Feld Störsignale. IM Umkehrschluss funktioniert auch die Therapie: Werden die Störungen im Schwingungsfeld beseitigt, wird auch die organische Heilung herbeigeführt.

Das Zusammenspiel aus Energie (= Schwingungen) und Materie (= Organ, Körper) weckt im Laien sicherlich Assoziationen zu Scharlatanerie und Alchemie. Die Quantenphysik konnte die Verbindung und Reziprozität dieser beiden Elemente allerdings wissenschaftlich nachweisen.

Gelangen dann die Schwingungen in das Gerät, erfolgt eine Umformung entsprechend der vom Therapeuten erwünschten Wirkung sowie eine Rückführung über die Elektroden an den Körper. Dort treffen sie auf die körpereigenen Schwingungen mit dem Effekt, dass Gutes gestärkt und Schlechtes beseitigt.

Die Informationen, die der Körper über die zugeführte Energie erhält, wird in seiner Körperflüssigkeit abgespeichert, so dass eine langfristige Wirkung eintritt. Je optimaler Impuls und Organismus im Verhältnis stehen, desto effektiver die Behandlung.

Das Bioresonanzgerät empfängt gleichermaßen fremde Störsignale. Dazu gehören organismusfremde Stoffe wie Gifte, Schwermetalle oder Allergene. Werden diese detektiert, kann der ‘Therapeut die entsprechende Information der negativen Substanz ins Gegenteil umkehren (also entfremden) und dem Körper wieder zurückführen – auch in verstärkter Form. Angestrebt wird durch diese Therapie eine Ausscheidung der Störenfriede aus dem Körper.

Wichtig bei solchen alternativen Heilverfahren ist, stets zu beachten, dass nur nach medizinischer Indikation und Diagnose, beispielsweise bei Verdacht auf Tierhaarallergie, geleistet wird.

HanseMerkur: Überdurchschnittlicher Kundenzu- wachs in 2009

Gute und solide private Krankenversicherung gesucht? Die Geschäftszahlen der HanseMerkur für das vergangene Jahr sind besser als jede unternehmenseigene Werbekampagne. Ein hoher Kundenzuwachs sowie ein herausragender Prozentsatz an Neukunden gemessen am Gesamtbranchenanteil der PKV-Konvertiten spricht für Vertrauen und Zufriedenheit der Versicherten. Diesen Aufschwung nimmt die Gesellschaft auch ins laufende Jahr mit und prognostiziert auch weiterhin einen guten Geschäftsverlauf.

Diese Meldung überrascht nicht: Denn wer sich über einen Vergleichsrechner Tarif-Ergebnisse einer privaten Vollversicherung anzeigen lässt, erhält nicht selten Angebote der HanseMerkur im vorderen Preissegment, bei denen dennoch wenige Abstriche im Leistungspaket gemacht werden müssen.

Der Zuwachs spricht für sich. Um insgesamt 22.348 vergrößerte sich die Kundendatei der HanseMerkur im Jahr 2009 und verzeichnet damit 141.000 Vollversicherte – ein Plus von knapp 19 Prozent. Die übrigen 45 deutschen PKV-Unternehmen erlangten insgesamt einen Neuzugang 175.000 Kunden. Davon entfallen mehr als ein Zehntel, beachtliche 12,8 Prozent, auf die HanseMerkur.

Als günstige und gute private Krankenversicherung für Selbständige hat sich der Tarif KVE1 bis 3 unter dem Namen “Start Fit” bewährt. Für 600 Euro jährlicher Selbstbeteiligung und einer Gesamtprämie von etwa 250 Euro erhält der 32-jährige Selbständige in einigen wichtigen Punkten eine Top-Leistung.

Insbesondere im Zahnbereich verkleinert sich der Eigenanteil der Rechnung durch einen 80-prozentigen Zuschuss zum Zahnersatz enorm – viele andere günstige PKV-Tarife leisten lediglich 65 Prozent. Immer häufiger greifen privat Vollversicherte zum Hörer und erkundigen sich bei Maklern nach einer privaten Zahnzusatzversicherung – ohne Erfolg, denn das dürfen nur gesetzlich Versicherte.

Das Element des Primärarztprinzips schränkt den Patienten zwar zunächst in seiner freien (Fach-) Arztwahl ein, weil er im Krankheitsfall erst einen Allgemeinarzt mit „Lotsenfunktion’“ aufsuchen muss, vergünstigt jedoch die Prämie. “Das Angebot passt gut in wirtschaftlich schwierige Zeiten”, sagte ein Sprecher der HanseMerkur.

Zuwachs auch bei den Beitragseinnahmen: Mit insgesamt 700 Millionen Euro wuchs das Gesamtbudget der Gesellschaft vergangenes Jahr um fast zehn Prozent (9,2 Prozent). Am Markt wuchs das Hamburger Unternehmen um 3,8 Prozent. Gleichzeitig stiegen auch die Leistungsausgaben mit 11 Prozent und verursachten Kosten in Höhe von insgesamt 334 Millionen Euro.

Ähnliche Erfolge fuhr die Versicherung auch im Zusatzversicherungsgeschäft. Insbesondere im Reiseversicherungsbereich steht sie auf Platz zwei zwischen Munich Re und der Mondial (Allianz-Gruppe). Spartenübergreifend erwartet die Gesellschaft bei den Beitragseinnahmen ein Plus von neun Prozent für das laufende Geschäftsjahr bzw. eine Milliarde Euro – vergangenes Jahr waren es 7,4 Prozent bzw. 962 Millionen Euro .

DKV: Abschlussbericht 2009

Die DKV hat das vergangene Geschäftsjahr 2009 mit Plus und Minus abgeschlossen. Zwar musste ein leichter Rückgang bei der Vollversicherten-Anzahl hingenommen werden, von 788.000 auf 780.000. Im Gegenzug bescherte ein Vertrag im Bereich der Beihilfea-blöseversicherung über die direkte Übernahme von Beihilfeleistungen für 47.999 Beamte der Deutschen Telekom plus Familie einen großen Coup landen. Dadurch steigerte sich das vertriebliche Neugeschäft um 18,8 Prozent.

Insgesamt stiegen die Beitragseinnahmen um 0,7 Prozent auf 3,8 (3,7) Mrd. Euro, wovon drei Milliarden Euro auf den Vollversicherungsbereich entfallen. Im Bereich der Ergänzungsversicherung konnten 666 Mio. Euro erzielt werden – ein Plus von 1,3 Prozent

Leichte Verbesserungen erzielte die Gesellschaft auf der Kostenseite: Um ein Prozent sank die Quote für bürokratische Kosten im Vergleich zum Vorjahr auf 2,6 Prozent. Auch bei den Abschlusskosten verzeichnete die DKV einen leichten Rückgang von 8,2 Prozent im Jahr 2008 auf 7,4 Prozent im Jahr 2009.

Ein Anstieg bei den Kosten für die Gesundheit ihrer Versicherten musste die DKV in Höhe von 3,5 Prozent hinnehmen – insgesamt 2,8 Mrd. Euro. Im Bereich der Alter-ungsrückstellungen sammelte die DKV 21,9 Mrd. Euro an, um ihren Versicherten im Alter ein zuverlässiges Finanzpolster zu bieten. Im Jahr 2009 lag die Nettoverzinsung bei 4,6 Prozent.

Die DKV punktet vor allem im Bereich der Gruppenverträge und so finden sich dort etwa viele deutsche Leistungssportler sowie Nationalfußballspieler. Demnächst steht außrdem im Zuge der Markenumstrukturierung der ERGO-Versicherungsgruppe eine Verschmelzung mit der Victoria Krankenversicherung an.

n-tv-Studie: Die beste PKV bei Qualität und Service

Einige mangelhafte Tarife, ein ausgewogenes Preis-Leistungsverhältnis bei der Victoria und der empfehlens-werteste Versicherungsschutz im Premium-Bereich bei der Allianz. Tester des Deutsche Institut für Service-Qualität (DISQ) haben im Auftrag des Nachrichtensenders n-tv die 20 größten privaten Kranken-versicherungsgesellschaften unter die Lupe genommen.

Denn wer als gesetzlich Versicherter die Mischung aus Zusatzbeitrag, Zuzahlung und Praxisgebühr nicht mehr so gut verträgt und zum beschränkten Kreis der PKV-Berechtigten gehört, kann sich in die Weiten der PKV-Tariflandschaft stürzen – und ist damit meist heillos überfordert. Die Analyse von Service, Qualität der Leistungen sowie Preis-Leistungsverhältnis geben Orientierung, bei welchen PKV-Gesellschaften eine Investition am meisten lohnt.

Service

Die Kommunikationskanäle nach „außen“, Email, Telefon und Internetauftritt, werteten die Prüfer als ein nicht unerhebliches Kriterium bei  der Entscheidung für eine künftige PKV. Umso enttäuschender das Ergebnis: Deutlich steigerungsfähig und allenfalls befriedigend. Denn in fast 60 Prozent der Fälle konnte ein Telefonat das Ziel einer maßgeschneiderten Beratung eines Neukunden nicht erfüllen. Auch die Gesamtatmosphäre stimmte bei 40 Prozent der Anrufe nicht.

Als ebenfalls ausbaufähig erwies sich der Kunden-Kontakt via Email, bei dem nur eine ausreichende Beratungsqualität festgestellt wurde. Jede sechste Anfrage fiel gar gänzlich unter den Tisch und in 64 Prozent der Fälle gingen nicht vollständig auf das Anliegen der Interessenten ein. Und: Auch im Bereich der deutschen Rechtschreibung ließ die Kompetenz zu wünschen übrig. Fraglich ist dabei, ob man demjenigen seinen Gesundheitsschutz anvertraut, der schon mit der deutschen Sprache sorglos umgeht. Die Gestaltung des Webauftrittes erschwerte außerdem Besuchern die Navigation in einem Drittel der Fälle. Die Optik erhielt lediglich ein „ausreichend“.

Leistungen

Qualität plus Kostenaspekt – nach diesen Kriterien hat die Ratingagentur Franke & Bornberg aus drei verschiedenen Leistungsstufen die ausgewogenstenTarife für einen 35-jährigen Versicherten (w/m) herausgesucht. Bei Grund- und Standardschutz erzielte der Deutsche Ring das beste Ergebnis (Esprit), im Top-Schutz konnte die Allianz (AktiMed Best) mit einem teuren, aber dafür auch entsprechend hochwertigen Ergebnis punkten. Auf Platz zwei gelangte die Gothaer im Einsteigerbereich, im mittleren Leistungsbereich die AXA und im Premium-Bereich die Victoria. Die letztgenannte Gesellschaft konnte zusätzlich das Prädikat „Besonders ausgewogenes Preis-Leistungsverhältnis“ erzielen.

Die hintersten Plätze belegten fast ausschließlich Tarife der Union Krankenversicherung: Im Grundschutz Platz 19, im Standardschutz Platz 17 und im Top-Schutz Platz 20. Ebenfalls mäßige Ergebnisse erzielte die Lüneburger Versicherungsgesellschaft Landeskran-kenhilfe. Es existieren daher Tarife, in denen bei gleichem Leistungsumfang bis zu 50 Prozent weniger Monatsbeiträge – insbesondere bei Frauen – fällig werden.

Gesamtergebnis

Am meisten überzeugte die AXA im Gesamtergebnis aus Service und Leistung – mit Freundlichkeit und Kompetenz konnten die Mitarbeiter überzeugen. Zweitsieger im Gesamtergebnis wurde der Münchner Verein, gefolgt von der Barmenia, die sich im Bereich des Kundenservice alle anderen in den Schatten stellte. Bei Leistungsqualität landeten die Tarife lediglich im mittleren Bereich. Als Geheimtipp gilt bei dieser Gesellschaft allerdings, dass hier mit äußerster Kulanz über die gewährten Leistungen entscheiden wird.

Durchschnittliche Prämienhöhen bei Frauen und Männern

Die „Bild“ Zeitung berechnete auf Basis der erhobenen Daten eine durchschnittliche Monatsprämie für einen 35-jährige Mann in Höhe von 290 Euro. Am meisten bezahlt er in der Union Krankenversicherung mit 473 Euro pro Monat, am wenigsten mit 154 Euro in der HanseMerkur. Eine 35-jährige Frau kommt in der DKV mit 213 Euro am günstigsten und in der Union Krankenversicherung mit 562 Euro am teuersten weg. Der Beitragsdurchschnitt liegt für sie bei etwa 362 Euro.

PKV: Welche Möglichkeiten bietet ein Tarifwechsel?

Neues Selbstbewusstsein bei den Privaten? Nach dem unfreiwilligen Überstülpen des ungeliebten Basistarifs im Januar 2009 wollten viele Gesell-schaften erst einmal den Ball flach halten. Um nicht noch mehr Negativmeldungen zu kreieren, beließ man die Tarifbeiträge zumeist auf dem vorhandenen Niveau. Das Karlsruher Urteil vom Juni 2009 sowie die per Koalitionsvertrag festgelegte Berechtigungs-dasein als wichtige zweite Säule im deutschen Gesund-heitssystem verschafften den Privatversicherern neuen Aufwind. Resultat: Bis zu 30 Prozent Beitragssteigerung zu Beginn des Jahres 2010. Undurchsichtige Tarife und machtlose Privatversicherte? Mit einem Tarifwechsel sieht alles meist viel besser aus.

Die Zeitschrift Capital beschreibt in ihrer jüngsten Ausgabe, wie man sich gegen höhere Beiträge wehren kann, ohne großes Fachwissen zu besitzen. Meist kennen Kunden allerdings nicht einmal den Tarifaufbau ihrer eigenen Versicherung und wissen daher gar nicht, wie man einen Tarifwechsel effektiv gestaltet. Mit dem „Inhouse-Tarifhopping“ lässt sich aber so manche trübe Beitragsmitteilung aufhellen. Capital verspricht: „Privat Krankenversicherte können bei fast jedem Anbieter einen günstigeren Tarif mit ähnlichen Leistungen wählen“. Was steckt dahinter?

Nur ein einziger Tarif – wie mindert man den Beitrag?

Die Option eines Tarifwechsels mit geringerer Leistung kommt jedoch nicht für alle privat Krankenversicherten in Frage. Gesellschaften wie die Alte Oldenburger besitzen nur einen einzigen Tarif, deren Beitrag entsprechend der Selbstbeteiligung individuell nach oben oder unten reguliert werden kann. Der ambulante Tarif für Angestellte A kann in den Abstufungen A 106 (450 Euro Selbstbeteiligung) – A 112 (750 Euro SB) oder A 118 (1.100 Euro SB) gewählt werden. Die Leistungen bleiben dabei gleich. Beamte teilen sich mit Angestellten des öffentlichen Dienstes einen Tarif (A-Beihilfe), in den Angestellte und Selbständige wiederumg nicht wechseln können.

Auch die Concordia, die DEVK und die LVM bietet ihren Kunden ebenfalls lediglich einen Tarif mit verschiedenen Selbstbeteiligungsoptionen an. Vorteile bestehen bei diesem System allerdings darin, dass keine Tarife geschlossen werden können und Nachwuchs in diesem Zuge stets in neu auferlegte Tarife gelotst wird.

Mehrere Tarife – wie wirkt sich ein Wechsel auf den Beitrag aus?

Als „Vertrag fürs Leben“ wird die private Krankenversicherung manchmal umschrieben. Nicht ganz zu unrecht – aber beim Tarif selbst kann der Kunde nach Bedarf tauschen und wechseln. Wer in den Gesellschaften DKV, Central, Hallesche, Inter oder Continentale krankenversichert ist, hat die Auswahl zwischen mehreren Tarifen.

Deutsche Krankenversicherung

Ein 59 Jahre alter Mann bezahlt bei der DKV im alten Tarif AM1 (ambulant) und SM6 (stationär) derzeit 457 Euro. Wechselt in den neuen BestMed4, ergibt sich eine Ersparnis von 156 Euro. Dabei muss der Kunde lediglich einen zusätzlichen monatlichen Selbstbehalt von 27 Euro in Kauf nehmen (insgesamt 800 Euro jährlich). Gleichermaßen stellt der Leistungsumfang im BestMed BM 4/2, der für einen Angestellten im Monat inklusive Pflegeversicherung 276 Euro kostet, keine Verschlechterung dar. Denn der Tarif sieht eine Erstattung bis zu den Höchstsätzen der Gebührenordnung, Leistungen nach dem jeweils gültigen Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker (GebüH) sowie für Leistungen der besonderen Therapierichtungen nach dem jeweils gültigen Hufelandverzeichnis vor. Eine 100-prozentige Erstattung für psychotherapeutische Maßnahmen im Rahmen von 30 Stunden pro Jahr wertet den Tarif ebenso auf wie die Beitragsfreiheit für Patienten, die länger als 92 Tage im Krankenhaus bleiben müssen.

Weitere Gesellschaften

Eine weitere große Einsparmöglichkeit können Kunden bei der Signal Kranken-versicherung in Anspruch nehmen. Mit 150 Euro Ersparnis schlägt ein Wechsel für eine 68-jährige Frau vom AZ1, VSG 100 in den GR2, EG, GS2 zu Buche. Ähnlich Beitragserleichterungen können Kunden der Inter (Mann 57 Jahre – vom Vario G125, A110, A220, Z120 in den CC S20) erreichen oder bei einer 50-jährigen Frau, versichert in der Continentale, die vom GS1 Plus in den CS2 Plus umsteigt. Hier lassen sich die Beiträge, abzüglich des Arbeitgeberanteils, von 520 auf 335 Euro reduzieren. Der Gesamtbeitrag inklusive Zuschlag und Pflegeversicherung bei 335 bis 340 Euro. Dieser günstige Beitrag geht allerdings mit einer nicht unerheblichen Selbstbeteiligung von 1.200 Euro einher, die jedoch nur für den ambulanten Bereich gilt.

Capital weist darauf hin, dass die Differenzen zwischen altem und neuen Beitrag neun bis 58 Prozent betragen kann, in Abhängigkeit von. Eine Gesundheitsprüfung wird beim Wechsel in einen günstigeren Tarif nicht fällig. Nur wer höherwertige Leistungen dazubucht, etwa von ‘Mehrbettzimmer’ zu ‘Einbettzimmer’ im stationären Tarifbaustein, muss bei zwischenzeitlicher Verschlechterung des Gesundheitszustandes mit einem Risikozuschlag rechnen.