Artikel-Schlagworte: „Tarifleistungen“
DAK-Modell soll Risiko von Frühgeburten mindern
„Muss ich wegen einem Schnupfen schon zum Arzt?“ Viele Frauen reagieren während der Schwangerschaft sehr viel empfindlicher auf harmlose Krankheiten oder Krankheitssymp- tome ihres Körpers. Die Unsicherheit, durch falsche oder späte Reaktion eine Fehlgeburt zu riskieren, schwingt häufig während der ganzen neun Monate mit. Die DAK will sich nun verstärkt der Betreuung schwangerer Frauen annehmen und hat in diesem Zusammen- hang in Nordrhein-Westfalen ein Vorsorgemodell eingeführt, das sich intensiv mit den Problemen von Risikoschwangerschaften und Frühgeburten auseinandersetzt.
Leistungen über die Mutterschaftsrichtlinien hinaus
Nach unternehmenseigenen Einschätzungen soll dadurch die Fehlgeburtenrate um bis zu zehn Prozent minimiert werden. Schwangere Frauen erhalten neben einer Beratung auch die Gelegenheit, sich hier eingehend über die Risiken von Frühgeburten zu informieren und haben gleichzeitig Anspruch auf diagnostische Zusatzleistungen, die normalerweise nur Selbstzahlern oder in bestimmten Tarifen von privaten Krankenversicherungen zur Verfü- gung stehen.
Neben einer zusätzlichen Ultraschalluntersuchung in der Frühschwangerschaft erhalten Frauen außerdem spezielle Testhandschuhe zur Messung des vaginalen ph-Wertes, wodurch eventuelle Infektionskrankheiten schneller aufgedeckt werden können. Außerdem soll ein oraler Glukosetoleranztest zur Früherkennung einer möglichen Diabetes-Erkran- kung durchgeführt werden.
Bislang konnte die DAK Versorgungsverträge mit dem Berufsverband der Frauenärzte, dem Perinatalzentrum der Universitätsklinik Düsseldorf und dem Verein Integrierte Versorgung NRW schließen. Weitere Vertragspartner stehen noch auf dem Plan.
Nicht selten führen Risikoschwangerschaften auf eine Frühgeburt hinaus. Das Bundesland NRW besitzt diesbezüglich eine besondern hohe Rate: Von insgesamt 150.000 Neugebo- renen erblickten im Jahr 2008 rund 12.000 Babys verfrüht das Licht der Welt – mit steigen- der Tendenz. Außerdem liegt das Risiko lebenslanger gesundheitlicher Spätfolgen bei etwa 60 Prozent aller Frühgeburten. Bremen und Nordrhein-Westfalen weisen mit 0,5 Prozent und 0,43Prozent die bundesweit höchste Säuglingssterblichkeitsrate auf.
Vorsorgemaßnahmen in GKV und PKV
Programme zur Früherkennung von Krankheiten sind kostenfrei für alle gesetzlich Versicherten zugänglich und an bestimmte Altersgrenzen gebunden. In privaten Kranken- versicherungen gelten tarifspezifische Regeln, die sich entweder an den gesetzlich eingeführten Programmen orientieren. Hochwertigere Tarife erstatten außerdem alle Kosten für gezielte Vorsorgeuntersuchungen unabhängig vom erreichten Alter sowie gesetzlich festgelegten Altersintervallen.
Andere PKV-Tarife bieten einen noch größeren Vorsorgeumfang. Der ambulante Tarifbaustein NK 2 von der Halleschen leistet beispielsweise jenseits der gesetzlich eingeführten Programme und verzichtet auf die gesetzlich festgesetzten Altersgrenzen. Der CP-Optimal 600A+PLUS von der Bayrischen Beamtenkrankenkasse wiederum erstattet die Kosten für sinnvolle Vorsorgeuntersuchungen zur Früherkennung von Krankheiten außerhalb von gesetzlich eingeführten Programmen bis zu einem Rechnungsbetrag von 300 Euro innerhalb von zwei Kalenderjahren. Und die Universa erstattet ihren Versicherten im VE 900 K über das gesetzliche Maß hinausgehende Vorsorgemaßnahmen bis zu einem Betrag von 500 Euro innerhalb von zwei Kalenderjahren.
Was kostet eine PKV?
Sie sind: Mann oder Frau? Alt oder jung? Beamter oder Angestellter/selbständig? Sie wünschen viel oder wenig Leistung? Sie zahlen zwischen 130 und 650 Euro pro Monat.
Beiträge sind anders als in der GKV unabhängig vom Einkommen und staffeln sich grund- sätzlich nach persönlichen Parametern. Mit den oben genannten Grunddaten lässt sich die Höhe der PKV-Beiträge schon im Vorfeld auf ein realistisches Maß eingrenzen, denn die Kriterien „männlich“, Beamter oder Arzt, niedriges Eintrittsalter und ein einfaches Tarifvolu- men wirken sich allgemein günstig auf die Monatsprämie aus.
Beispiel für viel Leistung:
Ein Rundum-Sorglos-Paket gibt es auch in der privaten Krankenversicherung nicht. Aber einige Hochleistungstarife gehen weit über das Standardmaß hinaus, wie etwa der BestMed5/2, der außer der beitragsfreien Elternzeit, Ergotherapie, Verzicht auf die Zahnstaffel fast alles bietet, was im Krankheitsfall benötigt wird. Dazu gehören neben Kurabsicherung (im Ergänzungstarif G 25), Ein-/Zweibettzimmer und 80-prozentiger Erstattung für Zahnersatz auch Heilpraktiker, Psychotherapie (30 Sitzungen werden erstattet, aber der 31. wird eine prozentuale Abstufung gemacht).
Ambulante Besonderheiten:
- Arzneimittel und Leistungen der besonderen Therapieeinrichtungen werden nach dem Hufelandverzeichnis zu 100 Prozent bis zu einem jährlichen Rechnungsbetrag von 5.000 Euro erstattet
- Ambulante Operation werden mit einer zusätzlichen Pauschale in Höhe von 200 Euro vergütet (ambulante Entbindungen mit 1.500 Euro)
- Brille und Kontaktlinsen erhalten Versicherte „gratis“ bis zu einem Rechnungsbetrag von 600 Euro innerhalb von 24 Monaten
Besonderheiten im Zahnbereich:
Erstattung Zahnbehandlung: 100 Prozent, Zahnersatz 80 Prozent, Kieferorthopädie 100 Prozent. Einschränkung: In den ersten vier Versicherungsjahren werden aber nur Rechnungen bis zu einer Höhe von 4.000 Euro erstattet. Außerdem kann der Versicherte nur maximal acht Implantate pro Kiefer einsetzen lassen.
Weitere Besonderheiten:
- Ab dem 92. Tag eines Krankenhausaufenthaltes müssen keine Beiträge mehr gezahlt werden
- Durch den Verzicht auf Einhaltung der Gebührenordnung können Patienten auch sehr teure Spezialistenhonorare, die in der Regel über den 3,5-fachen Satz der GOÄ hinausgehen, geltend machen, solange sie formrechtlich begründet werden
Was kostet der BestMed 5 für Frauen und Männer?
- kostet für eine Frau mit 32 Jahren bei Vertragsabschluss: 393,03 Euro Euro plus 800 Euro SB – (Mann 356,22 Euro)
- kostet für eine Frau mit 42 Jahren bei Vertragsabschluss: 496,57 Euro Euro plus 800 Euro SB – (Mann 479,67 Euro)
- kostet für eine Frau mit 22 Jahren bei Vertragsabschluss: 302,00 Euro Euro plus 800 Euro SB – (Mann 271,37 Euro)
- jeweils ohne Krankentagegeld
- Hinweis: Dieser Kompakttarif existiert erst seit August 2008 und ist daher relativ jung und besonders günstig im Verhältnis zu seinen Top-Leistungen. Aussagen über die Beitragsentwicklung können daher kaum gemacht werden, außer, dass er wahrschein- lich nicht immer so günstig bleibt. Bisher hat sich der Tarif um jährlich 1,6 Prozent verteuert.
- Hinweis: Weitere Hochleistungstarife bietet unter anderem die Barmenia mit dem easyflexcomfort-Kompakttarif und monatlichen Prämien in Höhe von:
- 648,91 Euro plus 750 Euro SB (42 Jahre Frau) – 513,82 Euro plus 750 Euro (Mann 42 Jahre )
- 523,95 Euro (Frau 32 Jahre) – 368,69 Euro (Mann 32 Jahre)
- 444,95 Euro (Frau 22 Jahre) – 263,89 Euro (Mann 22 Jahre)
Beispiel für überschaubare Leistung mit angemessener Prämie:
Der KVE 3 (plus PS 2 für die Aufwertung im stationären Bereich) von der HanseMerkur gilt als solides Tarifwerk mit günstigen Prämien
- Unterschiede zur GKV: -/+
- keine psychotherapeutischen Leistungen, Schutzimpfungen und Kurleistungen
+ Kostenerstattung für Sehhilfen 100 Euro alle drei Jahre), für Zahnersatz wird 80 Prozent der Kosten erstattet, Naturheilverfahren sind im Tarif inbegriffen und im Krankenhaus hat der Patient Anspruch auf ein 2-Bett-Zimmer
- Unterschiede zu PKV-Standardleistungstarifen: -/+
- kein Heilpraktiker, keine freie Arztwahl (denn es gilt das Primärarztmodell)
+ unbegrenzter Auslandsschutz, 80-prozentige Kostenerstattung für Zahnersatz, keine Einschränkung beim Einsatz von Implantaten
Was kostet eine günstige PKV für Männer und Frauen?
- kostet bei einem Mann mit Eintrittsalter von 32 Jahren 185,40 Euro plus 600 Euro SB – (Frau: 278,88 Euro)
- kostet bei einem Mann mit Eintrittsalter von 22 Jahren 136,94 Euro plus 600 Euro SB – (Frau: 225,18 Euro)
- kostet bei einem Mann mit Eintrittsalter von 42 Jahren 254,38 Euro plus 600 Euro SB – (Frau: 348,14 Euro)
Hallesche sieht ambulante OPs auf dem Vormarsch
In der Praxis kurz unters Messer? Die Hallesche Krankenversicherung will ihren kranken- vollversicherten Kunden verstärkt ambulante Operationen anbieten und hat zu diesem Zweck einen Rahmenvertrag mit der Deutschen Praxisklinikgesellschaft abgeschlossen. Geschätzte 15 Prozent aller OPs müssten aus medizinischer Sicht nicht mit einem statio- nären Aufenthalt verbunden sein, so die Hallesche, sondern könnten auch in einem Opera- tionszentrum durchgeführt werden.
Etwa 1.600 Euro lassen sich einsparen, wenn eine Operation ambulant statt stationär durchgeführt wird. Doch auch auf Seite des Patienten spricht vieles für einen kurzen Eingriff in der Tagesklinik: Teilnarkose, die Aussicht auf schnelle Entlassung und ein geringeres Infektionsrisiko tragen erheblich zur raschen Genesung nach OPs bei.
Terminvereinbarung inklusive
Wer sich für einen Eingriff in einer der Vertragskliniken entscheidet, erhält nicht nur modernste Medizintechnik und neuesten Anästhesieverfahren, sondern je nach Schwere des Eingriffs auch die Möglichkeit, die Folgenacht unter ärztlicher Aufsicht zu verbringen. Im Rahmen des Servicegedankens übernimmt die Hallesche im Vorfeld auch die Terminab- sprache in einer der Praxiskliniken, die sich auf die folgenden 29 deutsche Städte verteilen:
Aschaffenburg (Augenklinik Aschaffenburg), Augsburg, Bayreuth, Berlin (Augenklinik Wittenbergplatz, Ambulantes Operationszentrum, Privatklinik Schloßstrasse, Praxisklinik Spandau) Bocholt, Braunschweig (AOZ), Bremerhaven, Dillingen, Dortmund, Essen, Ettlingen, Freiburg, Hamburg (Tagesklinik Altonaer Strase), Heidelberg (OP-Centrum Heidelberg), Hofheim, Ingolstadt, Köln (Ärzte für Anästhesie), Limburgerhof, Mainz, Marktredwitz, Memmingen (COC Allgäu), München (AOZ München Nord), Nürnberg, Regensburg, Rostock, Solingen, Stuttgart, Weiden (Augenarztpraxis Dr. Gamringer & Kollegen), Wetzlar.
Ambulante OP und Selbstbehalt
Privat krankenversicherte Patienten, deren Vertrag eine ambulante OP-Klausel sowie einen ambulanten Selbstbehalt vorsieht, bekommen, wenn sie sich für eine Praxisklinik statt fürs Krankenhaus entscheiden, diese Kosten nicht auf ihren Eigenanteil angerechnet. Der Eingriff wird, wie beispielsweise im PURISMA MAX 600-Tarif der Mannheimer privaten Krankenversicherung, wie eine stationäre Leistung gewertet.
ECONOMY – Der Zehn-Euro-Tarif
Anhänger der Naturheilkunde waren es, die sich im Jahr 1926 zusammentaten und die „Conti“ gründeten – ein ungewöhnliches Entstehungsmanöver. Das Dortmunder Unter-nehmen hebt sich allerdings noch mit einem weiteren Merkmal von den anderen PKV-Ge-sellschaften ab. Es hat die Praxisgebühr für Privatversicherte eingeführt – und nennt den Tarif ECONOMY. Zehn Euro Zuzahlung auf nahezu alle Leistungen im ambulanten Bereich – rechnet sich das für den Versicherten?
Zehn Euro auf alles?
Für 214,21 Euro und eine ganz besondere Art des Selbstbehalt erhält der 30-jährige gesunde Mann eine recht günstige Krankenversicherung mit einem guten Ausstatt-ungspaket. Die „Praxisgebühr“ in Form einer fallbezogenen Zuzahlung von zehn Euro sorgt allerdings dafür, dass der tatsächliche jährliche Selbstbehalt im Voraus schwer abzu- schätzen ist. Denn eine Höchstgrenze existiert, im Gegensatz zu anderen Verträgen, nicht.
Wer dreißig mal pro Jahr zum Arzt, Zahnarzt oder Psychologen geht, genauso viele Heilmittel in Anspruch nimmt oder stationär behandelt wird, hat in etwa die gleichen finanziellen Aufwendungen wie bei Verträgen, die jährlich 300 Euro Eigenanteil vorsehen.
Denn die ECONOMY -Praxisgebühr wird nicht nur pro Quartal wie in der GKV, sondern pro Arztbesuch und Anwendung von Heilmitteln fällig. Im Detail zahlt der Kunde zehn Euro für:
- Heilpraktikerbehandlung: je Arztbesuch/ Behandlungstag – Erstattung bis zu den Mindestsätzen des GebüH
- Naturheilverfahren: Je Arztbesuch/ Behandlungstag
- Arznei- und Verbandmittel: verschreibungspflichtige Arzneimittel 10 EUR je Medikament, kein Eigenanteil bei Generika
- Heilmittel: je Anwendung
- Hilfsmittel: 50 Euro je Hilfsmittel (teils Kostenvoranschlag einreichen)
- Psychotherapie: 10 EUR je Sitzung, max. 20 Sitzungen im Jahr. Erstattet werden tiefenpsychologisch fundierte sowie analytische Psychotherapie und Verhaltenstherapie
- Ambulante und stationäre Krankentransporte: je Fahrt
- Stationäre Behandlung: jeTag, für maximal 14 Krankenhaustage
- Zahnbehandlung: jeBehandlung
- Vorsorgeuntersuchungen: je Arztbesuch/ Behandlungstag
Wer Rechnungen für eine der genannten Leistungen einreicht, muss stets zehn Euro vom Rechnungsbetrag abziehen und selbst bezahlen. Eventuell lohnt es sich auch, zunächst bis zum Jahresende alle Rechnungen selbst zu bezahlen und einen Abgleich mit der Beitragsrückerstattung zu machen.
Wer leistungsfrei bleibt, erhält zur Belohnung zwei Monatsbeiträge zurück – allerdings nicht in Höhe der Gesamtprämie, sondern nur in Höhe der Kosten, die für die drei Bausteine Klinik, Zahn, ambulant anfallen, in diesem Fall knapp 300 Euro (zweimal 149,58 Euro). Das verschafft eine monatliche Ersparnis von 25 Euro. Da man zehn Euro ohnehin selbst bezahlen muss, lohnt sich eine Rechnungsvorlage erst ab einem Kostenpunkt von 36 Euro pro Monat – ansonsten kommt der oder die Versicherte mit der Beitragsrückerstattung günstiger weg.
Wahlleistungen im Krankenhaus gibt’s nur mit Zusatztarif
Der ECONOMY-Kompakttarif kann mit dem stationären Ergänzungstarif SGII2/100 aufgewertet werden, da der Kunde ansonsten im Krankenhaus nur einfache Regelleistungen erhält. Für zusätzliche 28,30 Euro (bereits in der Beispielprämie inbegriffen) lassen sich jedoch Zweibettzimmer, privatärztliche Behandlung, Hin- und Rücktransport sowie eine Erstattung auch über den Höchstsatz der GOÄ hinaus dazubuchen. Steht kein Zweibettzimmer zur Verfügung oder verzichtet der Patient auf eine Chefarztbehandlung, bekommt er ein zusätzliches Krankenhaustagegeld in Höhe von 36 Euro ausgezahlt.
Abgespeckter Zahntarif
Eventuelle Abstriche muss der ECONOMY-Kunde im Zahn-Baustein machen, da die Gesellschaft hier für Zahnersatz nur 60 Prozent erstattet und Rechnungen nur bis zum Regelhöchstsatz der GOZ erstattet, Zahnärzte aber meistens bei Privatpatienten höher abrechnen. Stattdessen verzichtet die Continentale im ECONOMY-Kompakttarif auf eine Zahnstaffel und leistet in umfangreichem Maß für Implantate.
Ambulantes Extra
Interessant für Brillen- und Kontaktlinsenträger: Alle zwei Jahre besteht ein neuer Anspruch auf Sehhilfen in Höhe von 200 Euro. Knappe zehn Euro pro Monat lassen sich dadurch für weiche oder harte Haftschalen auf Kosten der Krankenversicherung einsparen.
Tarifbeiträge
Eine 30-jährige Frau zahlt im vorgestellten ECONOMY-Tarifwerk 290,46 Euro pro Monat (33 Jahre: 306,27 Euro – Mann 33 Jahre: 230,51 Euro). Der Tarif existiert seit November 2007 und hat seither seinen Beitrag um jährlich 4,5 Prozent gesteigert.
Homöopathische Arzneimittel meist frei verkäuflich
Naturheilverfahren liegen im Trend, auch medial. Zu diesem Zweck hat das Marktfor- schungsunternehmen Insight Health Daten ausgewertet, die sich mit den Verkaufszahlen homöopathischer Arzneimittel im Jahr 2009 in deutschen Apotheken befassen.
Da Homöopathika in der Regel nicht verschrieben werden müssen, wurden von 48,5 Millionen Packungen insgesamt 38,1 Millionen Packungen ohne Rezept verkauft. Sehr viel signifikanter ist in diesem Zusammenhang die Aufteilung der verschriebenen Produkte zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung: 2,5 Millionen Packungen gingen auf Kosten der GKV, während 7,8 Millionen Packungen an privat Krankenversicherte ausgegeben wurden.
Marktkonzentrationsanalyse – Viele Kunden, großes Angebot
Die Untersuchung der Marktkonzentration von Apotheken mit homöopathischer Arzneimittelausgabe ergab, dass knapp die Hälfte aller verkauften Homöopathika (45 Prozent) auf lediglich 20 Prozent der deutschen Apotheken entfielen, während davon die Hälfte der mit dem stärksten Umsatz knapp 80 Prozent des Homöopathiemarktes kontrolliert. Bei dieser Verteilung herrscht das Prinzip „Nachfrage bestimmt Angebot“. Eine große Stammkundschaft mit hoher Tendenz zur Selbstmedikation sorgt gleichzeitig für ein reichhaltiges Angebot an naturheilkundlichen Arzneimitteln vor Ort.
Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten die Kosten für homöopathische Medikamente nur für Kinder bis zum 12. Lebensjahr. Daher sind für Ausgaben für diesen Bereich nur von untergeordneter Bedeutung.
PKV: Homöopathika werden grundsätzlich erstattet
In der privaten Krankenversicherung entscheidet die Heilpraktiker-Klausel, ob Arzneimittel durch einen Heilpraktiker verschrieben und von der PKV erstattet werden können. Kunden mit preisorientierten Verträgen ohne Heilpraktiker-Klausel können sich jedoch im Rahmen der Naturheilverfahren-Klausel homöopathische Arzneimittel von einem Allgemein- oder Schulmediziner verschreiben lassen und erstattet bekommen.
PKV-Verträge im vorderen Preissegment mit Heilpraktiker-Klausel legen jedoch in meist eine maximale Kostenerstattung fest:
- Prozentual: intro|Privat 600 von der Universa, der 75 Prozent der Aufwendungen für Behandlungen bis zu den Regelhöchstsätzen der GOÄ (bis zum 2,3-fachen Steigerungssatz) erstattet. (Frau, 32 Jahre: 325,71 Euro plus 600 Euro SB). 25 Prozent der Rechnung müssen immer vom Patienten selbst bezahlt werden
- Summenmäßig und prozentual: AGILcomfort960 von der R+V, der 75 Prozent der Aufwendungen für Heilbehandlung durch Heilpraktiker einschließlich verordneter Arznei- und Verbandmittel nach GebüH erstattet, maximal erhält der Patient jedoch 750 Euro je Kalenderjahr von seiner Gesellschaft. (Frau, 32 Jahre: 306,37 Euro plus 960 Euro SB)
- Summenmäßig: Vital N-900 von der Axa, der 100 Prozent der Aufwendungen für Behandlungen und Arzneimittel innerhalb des GebüH bis zu einer Gesamtleistung von 1000 Euro pro Versicherungsjahr erstattet (Frau, 32 Jahre: 346,30 Euro plus 900 Euro SB)
- Begrenzung nur beim Erstattungssatz: der TOP 2-Tarif von der Nürnberger erstattet alle Kosten für heilpraktische Behandlungen ohne Obergrenze – bis zum Mindestsatz des Gebührenverzeichnisses für Heilpraktiker. Das bedeutet, dass entsprechend der Preisspanne, die ein Heilpraktiker für eine bestimmte Leistung wie etwa Akupunktur ausschöpfen darf, nur der niedrigste Wert erstattet wird. (Frau, 32 Jahre: 350,23 Euro plus 600 Euro SB). Im Bereich der Arzneimittel werden wie im normalen Arzneimittelbereich 80 Prozent der Kosten erstattet. Ab 2.045 Euro pro Versiche-rungsjahr übernimmt die Nürnberger dann alle Kosten vollständig.
Ambulante PKV-Tarife – wo gibt’s die meisten Hilfs-mittel?
Hilfsmittel werden meist erst dann zum Streitthema, wenn man sie braucht. Bei Vertragsabschluss können die wenigsten Versicherten abschätzen, ob sie Bandagen, Krankenfahrstühle und Co. irgendwann dauerhaft, häufig oder nie in Anspruch nehmen müssen. Wer seinen Hilfsmittelkatalog erst im Bedarfsfall durchblättert, kommt meist zu spät. Entweder ist das benötigte Mittel nicht enthalten oder es existiert eine preisliche Obergrenze und wird nicht beliebig oft erstattet.
Ein Anwalt, der an Multiple Sklerose erkrankt war, hatte seine PKV aufgrund ihrer einge-schränkten Kostenzusage für einen elektrischen Krankenfahrstuhl vor dem Bundes-sozialgericht verklagt und verloren. Ein umfassender Hilfsmittelbereich steht in der Regel auch gleichzeitig für einen besonders hochwertigen Tarif mit vielen Extras. Nachfolgende Tarifbeispiele zeigen, was alles dazu gehört.
Nicht Bestandteil der Standardausstattung von ambulanten PKV-Bausteinen sind beispielsweise Atemüberwachungsmonitore, Beatmungsgeräte, Sauerstoffkonzentratoren, die uneingeschränkte Erstattung von Krankenfahrstühlen sowie die Kostenübernahme für Heimdialysegeräte und Blindenhunde. Letztere finden sich nur in rund 28 Prozent aller ambulanten PKV-Tarife. Ebenso erfüllen nur knapp 40 Prozent das Kriterium der 100-prozentigen Erstattung aller Hilfsmittel. In diesem Fall muss der Versicherte keine Zuzahlung oder Eigenanteil leisten.
Deutscher Ring punktet mit Hilfsmitteln
Vom Kriterium des allgemeinen Leistungsumfangs steht vor allem der ComfortP-Kompakttarif vom Deutschen Ring ganz oben auf der Liste. Für eine 33-jährige Frau (selbstständig ohne Arbeitgeberanteil) kostet er monatlich 530,11 Euro inklusive einem prozentualen Selbstbehalt von 20 Prozent bis maximal 540 Euro. Dafür erstattet er unter anderem auch die Sachkosten für Geräte zur Heimdialyse, Blindenhund, Blutzuckermessgeräte, Sauerstoffgeräte und Sauerstoffkonzentratoren, orthopädische Schuhe und Krankenfahrstühle ohne Einschränkung in der Häufigkeit. Die kursiv gedruckten Hilfsmittel bedürfen allerdings einer vorigen Zusagen des Versicherers.
Ähnlich leistungsstark sind auch die anderen ambulanten Tarife des Deutschen Ring Krankenversicherungsvereins. Der Esprit sowie der Esprit X mit dem besten Prämien-Leistungsverhältnis (403,25 Euro und 900 Euro SB) sehen ebenfalls eine großzügige Kostenerstattung im Hilfsmittelbereich vor. So können Tarifkunden etwa einen jährlichen Betrag für orthopädische Schuhe in Höhe von 325 Euro geltend machen.
Besonderheit: Alle Tarife des Deutschen Rings können mit dem PIT-Ergänzungstarif zur Mitnahme der Altersrückstellungen kombiniert werden (Comfort Plus obligatorisch). Alle ambulanten Tarifbausteine verzichten auf eine Einhaltung der Höchstgrenzen der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) – der ComfortPlus auch bei Auslandsrechnungen.
Hilfsmittel bei Halleschen und Mannheimer
Auch der AV-Kompakttarif von der Halleschen sowie der Luxustarif PURISMA MAX von der Mannheimer Krankenversicherung sind nicht nur leistungsintensiv, sondern bieten auch eine große Bandbreite an Hilfsmitteln. Preislich sowie preis-leistungsorientiert liegt das AV-Tarifwerk mit dem AV2-Kompakttarif und einer monatlichen Prämie von 505,26 Euro und einer Selbstbeteiligung von 461,25 Euro etwas vor dem PURISMA und sieht überdies explizit die 100-prozentige Kostenerstattung für Pulsoximeter, Säuglings-Überwa-chungsmonitore, Inkontinenztrainingsgeräte, TENS-Geräte gegen Muskel-verspannung, UVA/UVB-Bestrahlungsgeräte und Wechseldruckmatratzen vor.
Besonderheit: Frauen erhalten nach einer Entbindung eine Pauschale in Höhe von 550 Euro und müssen diesen Betrag nicht auf ihren Selbstbehalt anrechnen.
Im PURISMA MAX-Tarifwerk (582,11 Euro plus 600 Euro SB) von der Mannheimer sollte der Hilfsmittelkatalog vor Vertragsabschluss eingefordert werden. In der Regel leistet er für medizinisch notwendige Hilfsmitteln, die von einem Arzt oder Heilpraktiker verordnet worden sind. Speziell im Arzneimittel-bereich punktet der Tarif allerdings durch seine Kostenerstattung für besondere Arzneizubereitungen, dazu gehören homöopathische Hochpotenzen, Spagyrik und Nosoden sowie bestimmte medikamentenähnliche Nährmittel, die notwendig sind, um schwere gesundheitliche Schäden, wie Enzymmangelerkrankungen, Morbus- Crohn und Mukoviszidose, zu vermeiden.
Hinweis: Alle genannten Hilfsmittel in den vorgestellten Tarifen stellen keine vollständige Aufzählung dar. Auch PKV-Tarife haben offene sowie geschlossene (Deutscher Ring und Hallesche) Hilfsmittelkataloge und manche Tarife senken ihre Kostenerstattung auf einen Betrag herab, der bei einer möglichen alternativen und kostengünstigeren Versorgungsform oder bei Bezug des Hilfsmittels über einen Kooperationspartner angefallen wäre (Deutscher Ring Krankenversicherungsverein). Bei Vertragsabschluss sollten die Bedingungen genau durchgelesen und im Zweifelsfall eine Auflistung angefordert werden.
Hilfe bei der Tarifwahl
Der Dschungel der verschiedenen Versicherungen und ihrer Angebote ist oft unüberschaubar. Will man sich zum Beispiel privat krankenversichern, gibt es eine Vielzahl von Anbietern und Tarifen. Um hier Licht ins Dunkel zu bringen und den Verbraucher bei der Suche nach der geeignetsten Versicherung zu unterstützen, gibt es im Internet eine Vielzahl von Rechnern, die auf private Krankenversicherungen spezialisiert sind.
So ein Versicherungsrechner ist nach kurzer Internetrecherche schnell gefunden. Für die Ermittlung der persönlich besten, privaten Krankenversicherung muss man dann zunächst einmal sein Geschlecht und Alter angeben. Manche Rechner fragen für eine besonders genaue Berechnung auch nach dem Einkommen, dem Berufsstatus und dem momentanen Gesundheitszustand.
Anschließend wählt man die Leistungen aus, die den eigenen Wünschen entsprechen. Dazu gehört unter anderem die Behandlungsart im Krankenhaus. Man kann sich entscheiden, ob man im Krankheitsfall eine Betreuung im Mehrbettzimmer durch den Stationsarzt oder auch im Einzel- oder Zweibettzimmer durch den Chefarzt wünscht. Zusätzlich kann angegeben werden, wie hoch die jährliche Selbstbeteiligung angelegt werden soll oder inwieweit sich die Versicherung am Zahnersatz beteiligt.
Für die neuen Bundesländer gibt es außerdem noch gesonderte Tarife. Möglich ist es auch, anzugeben, ob man Wert auf eine Behandlung durch Heilpraktiker oder mit Naturheilverfahren legt.
All das fließt in die Berechnungen des privaten Krankenversicherungs-Rechners mit ein. Hat man alles wie gewünscht angegeben, liefert er einem nach kurzer Zeit eine übersichtliche Liste der geeignetsten Tarife, die für einen in Frage kommen. Aus dieser Zusammenstellung kann man sich die geeignetste private Krankenversicherung auswählen und bei Interesse einen Antrag bei dieser Versicherung stellen. Ein Rechner für die private Krankenversicherung ist somit ein zuverlässiger und schneller Weg, die richtige Versicherung für sich selbst oder die ganze Familie zu finden!
Die Vorteile einer privaten Krankenversicherung
Die gesetzlichen Krankenversicherungen decken nicht unbedingt immer die persönlichen Wünsche für die optimale Sicherheit ab und wenn man mit dem Leistungsumfang der eigenen Versicherung nicht mehr zufrieden ist, sollte man über einen Wechsel in eine private Versicherung nachdenken. Ein Problem bei der GKV ist vor allem, dass sie in einem sehr eng gesteckten Rahmen für das Wohlbefinden ihrer Kunden sorgen. Bei speziellen Wünschen kommt es schnell zu enorm hohen Zusatzzahlungen seitens der Versicherten.
Bei der PKV ist das anders: Die eigenen Ansprüche bestimmen den Umfang, den Beitrag und die Leistungen. Der Basistarif ist dabei dem einer GKV ähnlich, dennoch kann das Kapital variiert werden. Somit kann ein Einzelzimmer oder auch die Chefarztbehandlung legitim verlangt werden. Interessant ist das im Hinblick auf die Zukunft allemal, denn durch weitere staatliche Einschränkungen ist es möglich, dass die gesetzlichen Kassen ihren Katalog an Angeboten weiter begrenzen müssen. Bei der PKV kann und wird das nicht der Fall sein, denn die Versicherten bestimmen selbst über ihren Beitrag.
In den letzten Jahren wurde dieses Zwei-Klassen-System der Versicherungen und der Ansprüche im Falle einer Krankheit häufig diskutiert, aber oft ist vergessen worden, dass derjenige, der sich für eine private Versicherung entscheidet auch mehr dafür bezahlt. Zusatzleistungen sind somit die eigene Entscheidung, aber sie berechtigen auch dazu, im Extremfall mehr zu verlangen. Wer also einen besseren Versicherungsschutz wünscht, der ist mit dem deutschen System gut beraten, denn dieses kann als Erfolgssystem angesehen werden. Im Vergleich mit anderen Ländern, in denen einzelne Personen überhaupt nicht versichert sind, kann Deutschland sich folglich behaupten: Die persönliche Entscheidung kann nicht von staatlichen Restriktionen beeinflusst werden, denn wer mehr zahlen möchte, der kann letztendlich auch mehr erwarten.
Anthroposophische Therapien in PKV und GKV

Die meisten anthroposophischen Therapiemethoden sind in der deutschen Bevölkerung noch weitestgehend unbe- kannt. Und wer beispielsweise den Namen „Rhythmische Massage nach Dr. Ita Wegmann“ überhaupt schon einmal gehört hat, kann sich wahrscheinlich kein Bild von Krank- heitssymptomen oder Heilungspotenzial dieses alternativ- medizinischen Heilmittels machen.
Und dennoch ziehen alternative Therapieformen zuneh- mend öffentliches Interesse auf sich, denn dort erhalten Patienten die nötige Aufmerksamkeit und Zeit, um mit einer Krankheit besser und bewusster umzugehen.
Rhythmische Massage nach Dr. Ita Wegmann – Anwendungsgebiete
Die Massage nach Wegmann gehört zur physikalischen Therapie der anthroposophischen Medizin und findet ihre Anwendung in zahlreichen, unspezifischen Krankheitsbildern. Insbesondere hat sie sich jedoch in folgenden Fachrichtungen als besonders erfolgreich erwiesen, wozu speziell die Kinderheilkunde, Geriatrie, Neurologie, Onkologie, Orthopädie sowie die Psychosomatische Medizin gehören.
Unruhige Kinder profitieren von der Massage genauso wie schlaf- und essgestörte Menschen. Im Alter lassen sich damit sklerotische Prozesse beleben sowie eine Verbesserung des Körperbewusstseins bei neurologisch bedingten Erkrankungen herbeiführen. Auch das Herz-Kreislaufsystem kann durch eine Massage Entlastung erfahren, wenn beispielsweise innere Organe erkrankt sind und den Organsimus schwächen. Eine Anregung der Lymphgefäßmotorik ist ebenso möglich wie die allgemeine Wiederstellung des Gleichgewichtes der Lebenskräfte.
Im orthopädischen Bereich unterstützen die rhythmischen Kunstgriffe den Heilungsprozess beispielsweise nach Gelenkoperationen und zu guter Letzt lassen sich Erfolge im Bereich der psychosomatischen Beschwerden erzielen, indem die Massage Patienten mit Verstimmungen hilft, durch Anregung des Stoffwechsels eine positivere Grundstimmung zu erreichen.
Saugend und rhythmisch – die „andere Massage“
Bei der rhythmischen Heilmassage kommen andere Techniken zur Anwendung als bei einer klassischen Massage. Nicht Druckausübung auf die Muskelpartien, sondern Griffe, die das Bindegewebe erfassen und somit einen Sog auf die darunter befindlichen Schichten von Gewebe, Muskeln, Sehnen und Bänder ausüben. Als Vorgänger dient die klassisch-schwedische Massage, die durch eine kreisförmige Bewegung in Acht-Form (Lemniskate) und phasenverschobene Kreise ergänzt wurde. Die Lemniskate steht für das Ineinanderweben verschiedener Kräfte und symbolisiert physisch-ätherische Lebensvorgänge.
Der Patient behält, mit Ausnahme der behandelten Stelle, seine Kleidung am Körper, um Wärmeverlust zu vermeiden. Nach einer Behandlungsdauer von 30 bis 40 Minuten muss der Patient ruhen, um die Wirkungen „nachquellen“ zu lassen.
Erstattung in der PKV
Erstattungen dieser Therapieform sind in den privaten Krankenversicherungen tarifabhängig. Da die Rhythmische Massage nach Dr. Ita Wegmann zum Hufeland-Verzeichnis gehört, können Kunden mit entsprechender Tarifklausel in der Regel ohne besondere Vereinbarungen eine Massage in Anspruch nehmen. Der behandelnde Arzt muss in der Rechnung vermerken, dass er nach der entsprechenden Gebührenziffer (725) abrechnet.
Die Gothaer Private Krankenversicherung hat in den beiden Tarifbausteinen MediNatura (Ergänzungstarif für Vollversicherte) und MediComfort (ambulant) ein Leistungsspektrum nach Hufeland explizit aufgeführt, worin auch die Wegmann-Massage enthalten ist. Im MediComfort können pro Kalenderjahr Rechnungen bis zu 300 Euro eingerechnet werden, während der MediNatura die Leistungshöchstgrenze auf drei Jahre staffelt: Im ersten Jahr 500 Euro, im zweiten Jahr. 1.000 Euro und ab dem dritten Jahr 2.000 Euro. Der Tarif kostet für einen 30-jährigen Mann rund 17 Euro und kann zum ambulanten MediStart dazugebucht werden.
Andere Gesellschaften mit hochwertigen Tarifen ohne Hufelandverzeichnis bieten auch gelegentlich bei Interesse und vor Tarifabschluss eine Prüfung besonderer Therapiemethoden an, wenn der künftige Kunde darauf speziellen Wert legt. Der Münchner Verein prüft Kundenwünsche im Vorfeld auf ihre medizinische Wirksamkeit. Im Rahmen seines Royal-Tarifwerks kann dann eine Aufnahme bestimmter alternativer Heilmethoden in den Vertrag erfolgen.
Erstattung in der GKV
Wenn Ärzte bei gesetzlich Versicherten eine anthroposophische Therapie verordnen, liegt die Erstattung im Ermessen der Krankenkasse. Aber auch bei einem positiven Bescheid bleibt meist noch ein Restanteil der Rechnung übrig. Falls sich der Versicherte in der Integrierten Versorgung eingeschrieben hat, kann er ganz normal über seine Versichertenkarte abrechnen, muss aber dennoch mit einem Restanteil rechnen.
28 Krankenkassen bieten bundesweit eine Integrierte Versorgung mit klassischer Homöopathie an, so beispielsweise die BARMER GEK, BIG direkt gesund, Knappschaft, SBK, SECURVITA Krankenkasse, Techniker Krankenkasse und verschiedene BKK (Bertelsmann, Dr. Oetker, ALP Plus, Braun-Gillette, Diakonie, Essanelle, R+V u.a.).
Die TK erstattet Arzneimittel
Die Techniker Krankenkasse ist eine der wenigen gesetzlichen Kassen, die im Rahmen eines Wahltarifes der besonderen Therapierichtung die Kosten für nicht verschreibungs- aber apothekenpflichtige Medikamente der Phytotherapie (Pflanzenheilkunde), Homöopathie und Anthroposophie übernehmen. Dazu wird ein Privatrezept ausgestellt, dessen Kosten zu 90 Prozent von den Kassen rückerstattet werden. Die Beträge sind nach Alter gestaffelt und erreichen maximal 280 Euro. In der Altersstufe 36 bis 45 Jahre lassen sich für einen Monatsbeitrag von 6,90 Euro jährlich 180 Euro abrechnen.
Hilfe für geplagte PKV-Kunden: Wechseln verbilligt Prämien
Die Leipziger Richter stellten sich mit ihrem Allianz-Urteil vor allem auf die Seite der Versicherten. Undurchsichtige Wechseleinschränkungen sollen damit nicht nur tabu sein, sondern gleichzeitig auch auf legitime Sparmöglichkeiten für ältere Versicherte auferksam machen. Bis zu 200 Euro ließe sich durch einen Wechsel in Neukundentarife einsparen, schreibt das “Handelsblatt”. am 26. Juni Ein Aufpreis darf zwar dafür nicht verlangt werden, dennoch sollten Wechselwillige vorher einen umfassenden Tarif-Vergleich anstreben – wenn möglich auch mit professioneller Hilfe.
Der Teufel steckt im Tarif-Detail
Unabhängige Makler helfen gegen Entgelt dabei, eine Schneise durch den Tarifdschungel zu schlagen. Denn der Laie hat kaum Möglichkeiten, die Details in den Klauseln genau zu durchschauen. Verkürzungen bei Heil- und Hilfsmitteln können stärker ins Gewicht fallen als im ersten Augenblick vermutet. Während neue Tarife etwa eine genaue Auflistung von Heil- und Hilfsmitteln beinhalten und die Erstattung auch dahingehend genau begrenzen, besitzen älteren Tarife meist einen offenen Hilfsmittelkatalog. Neue Tarife werden daher dem medizinischen Fortschritt kaum gerecht, schreibt das Wirtschaftsmagazin „Handels- blatt“.
Auch Zahnersatz kann in neueren Tarifen dem Rotstift zum Opfer fallen. So bietet die DKV zwar sehr günstige Neutarife im Rahmen ihrer BestMed-Serie an, die erstattungsfähigen Aufwendungen für Inlays und Zahnersatz betragen jedoch gerade mal 50 Prozent. Stefan Albers, unabhängiger Versicherungsberater, erklärt im „Handelsblatt“, worauf es außerdem ankommt: So würde in neueren Tarifen immer häufiger im Bereich der Psychotherapie gespart, die sogar Grundelement des GKV-Leistungskataloges ist.
Gleichfalls Vorsicht sei geboten, wenn als „Tarifoptimierung“ bzw. „Prämienstabilisierung“ lediglich ein erhöhter Eigenanteil angeboten wird. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass man in einigen Jahren dann doch die höhere Prämie bezahlt – trotz höherem Selbstbehalt. Zusätzlich wirkt sich diese Sparmaßnahme negativ auf die Altersrückstellungen aus, weil durch eine niedrige Prämie weniger angespart wird.
Einen weiteren positiven Nebeneffekt durch das Allianz-Urteil sieht Albers darin, dass viele Versicherte durch das Presseecho erst auf die Wechselmöglichkeit aufmerksam geworden sind. Gerne haben Gesellschaften diese Option im Halbdunkel gelassen oder nicht weiter an ihre Kunden kommuniziert. Nun können Versicherte explizit einen Wechsel einfordern.
















