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Neuer Continentale-Tarif: 20 Euro Selbstbehalt pro Fall
Zehn Euro Eigenanteil müssen Kunden des Economy-Tarif zuzahlen, wenn sie zum Arzt gehen – eine Tarifregelung, die bislang einmalig in Vertragswerken der privaten Kranken- versicherung ist. Pünktlich zum geplanten Ende der Drei-Jahres-Regelung bringt die Conti- nentale am ersten September einen Tarif auf den Markt, der eine fallbezogene Eigenbetei- ligung von 20 Euro vorsieht und trotzdem geringfügig teurer ist als der Economy. Wo liegen seine Vorteile?
Die 20-Euro-Pauschale wird fällig:
- pro Arzt-, Zahnarzt-, Heilpraktikerbesuch/ Behandlungstag oder Psychotherapiesitzung
- pro Arzneimittel (außer Generika)
- pro Heilmittelanwendung
- pro Tag einer stationären Behandlung (maximal 14 Tage je Aufenthalt)
- pro Hilfsmittel beträgt die SB 50 Euro (offener Hilfsmittelkatalog)
- bei Transportkosten: Pro Fahrt müssen 20 Euro dazu gezahlt werden
- pro Vorsorgeuntersuchung
- pro Impfungen nach STIKO
Alternative Medizin
Auch heilpraktische und Naturheilverfahren sind im Comfort-Tarif mitversichert und werden zwar zu 100 Prozent erstattet, allerdings nur bis zu den Mindestsätzen der Gebühren- ordnung für Heilpraktiker und der im Leistungsverzeichnis Naturheilverfahren genannten Gebührenziffern. Rechnet der Heilpraktiker beispielsweise bis zum Höchstsatz innerhalb der zulässigen Gebührenspanne ab, muss der Patient den Rest der Rechnung selbst begleichen. Dem tariflichen Leistungsverzeichnis Naturheilverfahren entsprechend können Continentale-Kunden zusätzlich zu den Leistungen aus dem GebüH 85 folgende Untersuchungs- und Behandlungsmethoden in Anspruch nehmen:
Akupressur, Akupunkturmassage, Bach-Blüten-Therapie, Bioresonanztherapie, Blutsedi- mentationstest, Clusterdiagnostik, Colon-Hydro-Therapie, CO2-Quellgastherapie, Eigen- blutbehandlung nachGarthe/mit UVB, Elektrohauttest (EHT), Farblichttherapie/Farbpunktur , Fußreflexzonentherapie, Haarmineralanalyse, Harnschau traditionell, HLB-Bradford-Bluttest, Kaelin-Test, Kinesiologie und TFH Laser-Akupunktur, Laser-Therapie (Soft-Laser und Mid-Power-Laser), Matrixregenerationstherapie, Mora-Therapie, Ohrkerzenbehandlung, Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie, Stoffwechselregulation mit STT, Spenglersan-Test, Terminalpunktdiagnostik und Thermoregulationsdiagnostik
Was kostet der Comfort für Mann und Frau mit stationärer Ergänzung?
Da der Klinik-Tarifbaustein im Comfort nur Regelleistungen vorsieht, fällt im Krankenhaus der Privatpatienten-Status weg. Kunden haben allerdings die Option, den SGII2/100 für Wahlleistungen wie Zwei-Bett-Zimmer und Chefarztbehandlung abzuschließen.
Der Monatsbeitrag für das Tarifwerk liegt mit dieser Zusatzkomponente bei 243,58 Euro für einen Mann, der sich im Alter von 33 Jahren im Comfort versichert und bei 311,74 Euro für eine gleichaltrige Frau. Wer bereits im Alter von 28 Jahren in die PKV eintritt, zahlt als Frau 283,43 Euro und als Mann 219,07 Euro (jeweils ohne einen möglichen individuellen Risikozuschlag!).
Vergleich Comfort und Economy – was ist günstiger?
Wer im Krankenhaus auf die klassischen Mehrleistungen des Privatpatienten verzichtet, zahlt im reinen Comfort-Kompakttarif ohne stationäre Ergänzung:
- Frau 28 Jahre: 250,08 Euro
- Mann 28 Jahre: 190,14 Euro
- Frau 33 Jahre: 273,77 Euro
- Mann 33 Jahre: 208,97 Euro
Der Economy mit 10 Euro fallbezogenem Eigenanteil kostet monatlich:
- Frau 28 Jahre: 245,40 Euro
- Mann 28 Jahre: 174,98 Euro
- Frau 33 Jahre: 268,30 Euro
- Mann 33 Jahre: 195,90 Euro
Fazit: Preislich liegt der alte Economy-Tarif (zehn Euro) insgesamt günstiger als der neue Comfort (20 Euro). Dieser bietet dafür auch einen größeren Leistungsumfang.
- Im Zahnbereich erstattet der Economy nur 60 Prozent der Aufwendungen für Zahnersatz und Kieferorthopädie, der Comfort dagegen 80 Prozent. Unterschiede auch bei der Zahnstaffel: Der Economy erlaubt pro Jahr nur eine Kostenerstattung von 3.000 Euro je Kalenderjahr. Im Comfort bekommt der Kunde im ersten Kalenderjahr insgesamt 1.000 Euro für Krone, Implantat, Zahnspange und Co. Im 5. Kalenderjahr insgesamt 5.000 Euro und erst ab dem 6. Kalenderjahr kann er Rechnungen von insgesamt 10.000 Euro einreichen.
- Im Psychotherapiebereich bekommt der Comfort-Kunde maximal 30 sitzungen, im Economy-Tarif höchstens 20 Sitzungen pro Kalenderjahr zu 100 Prozent erstattet.
- Im Sehhilfenbereich kann der Economy-Kunde alle zwei Jahre maximal 200 Euro für Brillengläser, -gestelle oder Kontaktlinsen abrechnen. Der Comfort-Tarif erstattet die Gesellschaft einen Betrag von 300 Euro für den gleichen Zeitraum.
- Auch die Kostenerstattung fällt unterschiedlich hoch aus: Im Economy werden Arzt- und Krankenhausrechnungen nur bis zum Regelhöchstsatz (2,3-fach) der GOÄ/GOZ erstattet. Rechnet der Arzt allerdings bis zum Höchstsatz (bis zum 3,5-fachen des jeweiligen Basis-Wertes berechnet ) ab, bleibt ein Eigenanteil übrig. Kunden des Comfort-Tarifs bekommen alle Aufwendungen bis zum 3,5-fachen Satz erstattet.
Was kostet eine PKV?
Sie sind: Mann oder Frau? Alt oder jung? Beamter oder Angestellter/selbständig? Sie wünschen viel oder wenig Leistung? Sie zahlen zwischen 130 und 650 Euro pro Monat.
Beiträge sind anders als in der GKV unabhängig vom Einkommen und staffeln sich grund- sätzlich nach persönlichen Parametern. Mit den oben genannten Grunddaten lässt sich die Höhe der PKV-Beiträge schon im Vorfeld auf ein realistisches Maß eingrenzen, denn die Kriterien „männlich“, Beamter oder Arzt, niedriges Eintrittsalter und ein einfaches Tarifvolu- men wirken sich allgemein günstig auf die Monatsprämie aus.
Beispiel für viel Leistung:
Ein Rundum-Sorglos-Paket gibt es auch in der privaten Krankenversicherung nicht. Aber einige Hochleistungstarife gehen weit über das Standardmaß hinaus, wie etwa der BestMed5/2, der außer der beitragsfreien Elternzeit, Ergotherapie, Verzicht auf die Zahnstaffel fast alles bietet, was im Krankheitsfall benötigt wird. Dazu gehören neben Kurabsicherung (im Ergänzungstarif G 25), Ein-/Zweibettzimmer und 80-prozentiger Erstattung für Zahnersatz auch Heilpraktiker, Psychotherapie (30 Sitzungen werden erstattet, aber der 31. wird eine prozentuale Abstufung gemacht).
Ambulante Besonderheiten:
- Arzneimittel und Leistungen der besonderen Therapieeinrichtungen werden nach dem Hufelandverzeichnis zu 100 Prozent bis zu einem jährlichen Rechnungsbetrag von 5.000 Euro erstattet
- Ambulante Operation werden mit einer zusätzlichen Pauschale in Höhe von 200 Euro vergütet (ambulante Entbindungen mit 1.500 Euro)
- Brille und Kontaktlinsen erhalten Versicherte „gratis“ bis zu einem Rechnungsbetrag von 600 Euro innerhalb von 24 Monaten
Besonderheiten im Zahnbereich:
Erstattung Zahnbehandlung: 100 Prozent, Zahnersatz 80 Prozent, Kieferorthopädie 100 Prozent. Einschränkung: In den ersten vier Versicherungsjahren werden aber nur Rechnungen bis zu einer Höhe von 4.000 Euro erstattet. Außerdem kann der Versicherte nur maximal acht Implantate pro Kiefer einsetzen lassen.
Weitere Besonderheiten:
- Ab dem 92. Tag eines Krankenhausaufenthaltes müssen keine Beiträge mehr gezahlt werden
- Durch den Verzicht auf Einhaltung der Gebührenordnung können Patienten auch sehr teure Spezialistenhonorare, die in der Regel über den 3,5-fachen Satz der GOÄ hinausgehen, geltend machen, solange sie formrechtlich begründet werden
Was kostet der BestMed 5 für Frauen und Männer?
- kostet für eine Frau mit 32 Jahren bei Vertragsabschluss: 393,03 Euro Euro plus 800 Euro SB – (Mann 356,22 Euro)
- kostet für eine Frau mit 42 Jahren bei Vertragsabschluss: 496,57 Euro Euro plus 800 Euro SB – (Mann 479,67 Euro)
- kostet für eine Frau mit 22 Jahren bei Vertragsabschluss: 302,00 Euro Euro plus 800 Euro SB – (Mann 271,37 Euro)
- jeweils ohne Krankentagegeld
- Hinweis: Dieser Kompakttarif existiert erst seit August 2008 und ist daher relativ jung und besonders günstig im Verhältnis zu seinen Top-Leistungen. Aussagen über die Beitragsentwicklung können daher kaum gemacht werden, außer, dass er wahrschein- lich nicht immer so günstig bleibt. Bisher hat sich der Tarif um jährlich 1,6 Prozent verteuert.
- Hinweis: Weitere Hochleistungstarife bietet unter anderem die Barmenia mit dem easyflexcomfort-Kompakttarif und monatlichen Prämien in Höhe von:
- 648,91 Euro plus 750 Euro SB (42 Jahre Frau) – 513,82 Euro plus 750 Euro (Mann 42 Jahre )
- 523,95 Euro (Frau 32 Jahre) – 368,69 Euro (Mann 32 Jahre)
- 444,95 Euro (Frau 22 Jahre) – 263,89 Euro (Mann 22 Jahre)
Beispiel für überschaubare Leistung mit angemessener Prämie:
Der KVE 3 (plus PS 2 für die Aufwertung im stationären Bereich) von der HanseMerkur gilt als solides Tarifwerk mit günstigen Prämien
- Unterschiede zur GKV: -/+
- keine psychotherapeutischen Leistungen, Schutzimpfungen und Kurleistungen
+ Kostenerstattung für Sehhilfen 100 Euro alle drei Jahre), für Zahnersatz wird 80 Prozent der Kosten erstattet, Naturheilverfahren sind im Tarif inbegriffen und im Krankenhaus hat der Patient Anspruch auf ein 2-Bett-Zimmer
- Unterschiede zu PKV-Standardleistungstarifen: -/+
- kein Heilpraktiker, keine freie Arztwahl (denn es gilt das Primärarztmodell)
+ unbegrenzter Auslandsschutz, 80-prozentige Kostenerstattung für Zahnersatz, keine Einschränkung beim Einsatz von Implantaten
Was kostet eine günstige PKV für Männer und Frauen?
- kostet bei einem Mann mit Eintrittsalter von 32 Jahren 185,40 Euro plus 600 Euro SB – (Frau: 278,88 Euro)
- kostet bei einem Mann mit Eintrittsalter von 22 Jahren 136,94 Euro plus 600 Euro SB – (Frau: 225,18 Euro)
- kostet bei einem Mann mit Eintrittsalter von 42 Jahren 254,38 Euro plus 600 Euro SB – (Frau: 348,14 Euro)
GKV-Versicherte – Vollkasko und Flatrate-Mentalität?
Wo gibt’s die meisten potenziellen privat Krankenversicherten? Bei der Techniker! Und die lässt sich so einiges einfallen, um ihr Angebot so interessant wie möglich zu gestalten! Zu diesem Zweck ist ein ganz neuerWahltarif entstanden, der erstmals Versicherten, ermög- licht gesetzlich zugesicherte Leistungen abzuwählen und dadurch bis zu 120 Euro im Jahr zu sparen. Derzeit hakt es trotz einer weitläufigen GKV-Wahltariflandschaft mit guten Ange- boten noch an der Akzeptanz der Versicherten.
Weniger als ein Prozent der gut 70 Millionen GKV-Mitglieder haben die Zusatz-Angebote der Kassen bisher wahrgenommen. Zahlen aus dem Juni besagen, dass lediglich 550.000 Versicherte einen oder mehrere entsprechende Verträge abgeschlossen haben, berichtet die FAZ in ihrer Online-Ausgabe vom 4. August 2010. Demgegenüber stehen die millionen- fach abgeschlossenen privaten Zusatzversicherungsverträge, die aus der Kooperation von GKV und PKV hervorgehen und hauptsächlich Leistungsbereiche abdecken, die die Kasse bereits längst aus ihrem Portfolio gestrichen hat. So gehören etwa Reise und Zahn zu den Lieblingspolicen der Deutschen.
GKV: „Überzeugte Flatrate-Fans“
Wahltarife bedienen ein anderes Klientel – und genau hier liegt Stefan Etgeton vom Verbraucherzentrale Bundesverband zufolge des Pudels Kern: „Wahltarife“, so Etgeton, „entsprechen nicht der Mentalität der Versicherten“. Ähnlich formuliert es auch Jan Carels, Geschäftsführer beim AOK-Bundesverband, der gesetzlich Versicherten einen Hang zum Flatrate-Arztbesuch nachsagt.
Von Wahltarifen profitiert allerdings am meisten, wer ein Jahr lang auf Arztbesuche verzichtet oder seine Krankenleistungen bis zu einer vereinbarten Summe selbst bezahlt. Anschließend erhalten Versicherte eine Prämie in Höhe eines Monatsbeitrages erstattet. Zuletzt hatte die Daimler Betriebskrankenkasse im Zusammenhang mit Wahltarifen versucht, gestaffelte Prämien für eine gestaffelte Anzahl an Arztbesuchen auszuzahlen, was jedoch durch das Bundessozialgericht Kassel untersagt wurde.
Zahlen: Welche Wahltarife liegen vorn?
Rund 390.000 Versicherte haben sich bisher für eine “Jahresprämie gegen Eigenanteil im ambulanten Bereich” entschieden, während sich im Beitragsrückerstattungstarif 151.000 Versicherte eingeschrieben haben, die eine Prämie erhalten, wenn sie ein Jahr keine ärztlichen Leistungen in Anspruch nehmen.
Der Wahltarif mit Kostenerstattung hat bisher rund 280.000 Versicherte überzeugt. Dort müssen Versicherte Rechnungen selbst begleichen und anschließend bei der Kranken- kasse einreichen. Eine Restdifferenz bleibt bei diesem Modell zwar immer, dafür lockt die Aussicht, beim Arzt einen schnelleren Termin zu bekommen, weil dieser seine Leistungen nach Privatpatienten-Status abrechnen darf. Inwiefern hier tatsächlich die häufig erwünsch- te Behandlung als Privatpatient gewährt wird, ist allerdings ungewiss.
Alternativmedizin – Kosten-Nutzen-Verhältnis noch nicht optimiert
Ein anderes Feld decken Wahltarife für „besondere Therapieformen“ mit Homöopathie und Hufeland ab, die bislang nur 1023 gesetzlich versicherte Anhänger gefunden haben. Denn die hohen Prämien wirken abschreckend, sind aber notwendig, weil Mitglieder bewusst alle Leistungen, die sie durch die Extra-Prämie erhalten, bis zum Maximum ausreizen.
Wahltarife sollen Kassenwettbewerb anheizen
Einen weiteren Klotz am Bein der Wahltarife möchte TK-Chef Norbert Klusen möglichst bald gerne loswerden. Er fordert eine Verkürzung der dreijährigen Bindefrist auf zwei Jahre, die die Versicherten zwingt, auch im Fall einer Beitragserhöhung ihrer Kasse die Treue zu halten.
Die Techniker mit 5,2 Millionen Mitgliedern liegt zwar mit einem Schnitt von knapp 1,3 Prozent Wahltarif-Mitgliedern weit vorn, sieht aber dennoch einige Schwachstellen und Optimierungsbedarf im Kassenwettbewerb, der letztendlich auch über das Angebot an Zusatzleistungen entschieden werden soll. Es mangele, so Klusen weiter, an einer einheitlichen Aufsichts- und Genehmigungspraxis und dabei schielt in Richtung AOK, die sich den Tarifentscheidungen des Bundesversicherungsamtes entziehen können, weil sie als regionale Kassen lediglich den regionalen Aufsichten unterliegen.
ECONOMY – Der Zehn-Euro-Tarif
Anhänger der Naturheilkunde waren es, die sich im Jahr 1926 zusammentaten und die „Conti“ gründeten – ein ungewöhnliches Entstehungsmanöver. Das Dortmunder Unter-nehmen hebt sich allerdings noch mit einem weiteren Merkmal von den anderen PKV-Ge-sellschaften ab. Es hat die Praxisgebühr für Privatversicherte eingeführt – und nennt den Tarif ECONOMY. Zehn Euro Zuzahlung auf nahezu alle Leistungen im ambulanten Bereich – rechnet sich das für den Versicherten?
Zehn Euro auf alles?
Für 214,21 Euro und eine ganz besondere Art des Selbstbehalt erhält der 30-jährige gesunde Mann eine recht günstige Krankenversicherung mit einem guten Ausstatt-ungspaket. Die „Praxisgebühr“ in Form einer fallbezogenen Zuzahlung von zehn Euro sorgt allerdings dafür, dass der tatsächliche jährliche Selbstbehalt im Voraus schwer abzu- schätzen ist. Denn eine Höchstgrenze existiert, im Gegensatz zu anderen Verträgen, nicht.
Wer dreißig mal pro Jahr zum Arzt, Zahnarzt oder Psychologen geht, genauso viele Heilmittel in Anspruch nimmt oder stationär behandelt wird, hat in etwa die gleichen finanziellen Aufwendungen wie bei Verträgen, die jährlich 300 Euro Eigenanteil vorsehen.
Denn die ECONOMY -Praxisgebühr wird nicht nur pro Quartal wie in der GKV, sondern pro Arztbesuch und Anwendung von Heilmitteln fällig. Im Detail zahlt der Kunde zehn Euro für:
- Heilpraktikerbehandlung: je Arztbesuch/ Behandlungstag – Erstattung bis zu den Mindestsätzen des GebüH
- Naturheilverfahren: Je Arztbesuch/ Behandlungstag
- Arznei- und Verbandmittel: verschreibungspflichtige Arzneimittel 10 EUR je Medikament, kein Eigenanteil bei Generika
- Heilmittel: je Anwendung
- Hilfsmittel: 50 Euro je Hilfsmittel (teils Kostenvoranschlag einreichen)
- Psychotherapie: 10 EUR je Sitzung, max. 20 Sitzungen im Jahr. Erstattet werden tiefenpsychologisch fundierte sowie analytische Psychotherapie und Verhaltenstherapie
- Ambulante und stationäre Krankentransporte: je Fahrt
- Stationäre Behandlung: jeTag, für maximal 14 Krankenhaustage
- Zahnbehandlung: jeBehandlung
- Vorsorgeuntersuchungen: je Arztbesuch/ Behandlungstag
Wer Rechnungen für eine der genannten Leistungen einreicht, muss stets zehn Euro vom Rechnungsbetrag abziehen und selbst bezahlen. Eventuell lohnt es sich auch, zunächst bis zum Jahresende alle Rechnungen selbst zu bezahlen und einen Abgleich mit der Beitragsrückerstattung zu machen.
Wer leistungsfrei bleibt, erhält zur Belohnung zwei Monatsbeiträge zurück – allerdings nicht in Höhe der Gesamtprämie, sondern nur in Höhe der Kosten, die für die drei Bausteine Klinik, Zahn, ambulant anfallen, in diesem Fall knapp 300 Euro (zweimal 149,58 Euro). Das verschafft eine monatliche Ersparnis von 25 Euro. Da man zehn Euro ohnehin selbst bezahlen muss, lohnt sich eine Rechnungsvorlage erst ab einem Kostenpunkt von 36 Euro pro Monat – ansonsten kommt der oder die Versicherte mit der Beitragsrückerstattung günstiger weg.
Wahlleistungen im Krankenhaus gibt’s nur mit Zusatztarif
Der ECONOMY-Kompakttarif kann mit dem stationären Ergänzungstarif SGII2/100 aufgewertet werden, da der Kunde ansonsten im Krankenhaus nur einfache Regelleistungen erhält. Für zusätzliche 28,30 Euro (bereits in der Beispielprämie inbegriffen) lassen sich jedoch Zweibettzimmer, privatärztliche Behandlung, Hin- und Rücktransport sowie eine Erstattung auch über den Höchstsatz der GOÄ hinaus dazubuchen. Steht kein Zweibettzimmer zur Verfügung oder verzichtet der Patient auf eine Chefarztbehandlung, bekommt er ein zusätzliches Krankenhaustagegeld in Höhe von 36 Euro ausgezahlt.
Abgespeckter Zahntarif
Eventuelle Abstriche muss der ECONOMY-Kunde im Zahn-Baustein machen, da die Gesellschaft hier für Zahnersatz nur 60 Prozent erstattet und Rechnungen nur bis zum Regelhöchstsatz der GOZ erstattet, Zahnärzte aber meistens bei Privatpatienten höher abrechnen. Stattdessen verzichtet die Continentale im ECONOMY-Kompakttarif auf eine Zahnstaffel und leistet in umfangreichem Maß für Implantate.
Ambulantes Extra
Interessant für Brillen- und Kontaktlinsenträger: Alle zwei Jahre besteht ein neuer Anspruch auf Sehhilfen in Höhe von 200 Euro. Knappe zehn Euro pro Monat lassen sich dadurch für weiche oder harte Haftschalen auf Kosten der Krankenversicherung einsparen.
Tarifbeiträge
Eine 30-jährige Frau zahlt im vorgestellten ECONOMY-Tarifwerk 290,46 Euro pro Monat (33 Jahre: 306,27 Euro – Mann 33 Jahre: 230,51 Euro). Der Tarif existiert seit November 2007 und hat seither seinen Beitrag um jährlich 4,5 Prozent gesteigert.
Tarife zur PKV-Beitragsreduzierung im Alter zuschussfähig
Gesundheit wird nicht billiger. Erhöhter Beitragssatz, erweiterte Zusatzprämie und steigende Monatsprämien bei den privaten Krankenversicherungen greifen immer tiefer in die Taschen der Versicherten. Auch Kunden von PKV-Top-Tarifen sind betroffen: Die Ratingagentur Morgen & Morgen hat hier eine jährliche vierprozentige Beitragssteigerung innerhalb der letzten zehn Jahre herausgearbeitet.
Die Einführung des Bürgerentlastungsgesetzes erlaubt allerdings nicht nur eine bessere steuerliche Absetzbarkeit der Beiträge für AOK, Allianz und Co. Sie mindert auch die Extra-Prämie, die privat Krankenversicherte im Rahmen des Ergänzungstarifs zur Beitragsreduzierung im Alter zahlen müssen. Kurz: Im Erwerbsleben mehr zahlen, ab dem 65 Lebensjahr die PKV-Monatsprämie stark reduzieren.
Extras bleiben außen vor
PKV-Kunden müssen zwar die Kosten für PKV-typische Luxuskomponenten aus dem steuerlich absetzbaren Betrag herausrechnen. Im Gegenzug fällt dafür die Begrenzung des Freibetrages weg. „Theoretisch, so schreibt das Wochenmagazin „Die Welt“ in ihrer Online-Ausgabe vom 29. Juli 2010, „können Beiträge für die gesamte Familie in jährlich fünfstelliger Höhe abgesetzt werden“.
Mehrkosten für Zusatztarif verringern
Doch das Bürgerentlastungsgesetz birgt noch einen weitere Vorteil für Privatversicherte: Im Rahmen der Sonderausgaben können Kunden eines sogenannten „Zusatztarifs zur Beitragsreduzierung“ die Mehrkosten (rund 10 bis 20 Prozent der aktuellen Prämie) steuerlich geltend machen. Zusätzlich beteiligt sich der Arbeitgeber bei Angestellten am finanziellen Mehraufwand. Ab dem Alter von 65 Jahren kann sich die Monatsprämie dann um einen gewünschten Betrag verringern: Prozentual (etwa 50, 80 oder 100 Prozent) oder absolut.
Ein Rechenbeispiel
Die Finanz- und Vermögensberatung MLP rechnet in der „Welt“ die Ersparnis für einen 35-jährigen Angestellten mit 80.000 Euro Jahreseinkommen und einem umfangreichen PKV-Tarif von 412 Euro monatlich vor. Wählt er eine 100-prozentige Beitragsentlas-tungskomponente mit Dynamik (siehe unten), fällt die Monatsprämie ab dem 65. Lebensjahr vollständig weg, während die Beiträge für den Ergänzungstarif weitergezahlt werden müssen. Mit der Komponente der 100-prozentigen Entlastung wird der Zusatztarif allerdings nicht gerade billig und verteuert die Krankenversicherung um 84 Euro brutto im Monat.
Arbeitgeberzuschuss voll ausschöpfen
Diese Mehrbelastung kann sich jedoch auf 31 Euro reduzieren. Von den 53 Euro Differenz übernimmt der Arbeitgeber einen Betrag von 42 Euro im Rahmen des Arbeitgeber-zuschusses, den der Angestellte durch seinen Volltarif noch nicht vollständig ausgeschöpft hat. Das sind im Jahr 2010 maximal 262,50 Euro und nie mehr als die Hälfte der PKV-Prämie. Den restlichen Anteil erhält er vom Fiskus im Rahmen der Sonderausgabe zurück.
Wichtig: Auf Dynamisierung achten
Die meisten namhaften Gesellschaften haben einen solchen Zusatztarif in ihrem Portfolio. Wer eine 50-prozentige Entlastung im Alter wählt, bekommt die Hälfte jedoch nur auf die Prämie erlassen, die er bei Abschluss des Ergänzungstarifs bezahlt hat und sehr viel niedriger sind als im Alter von 65 Jahren – die Beiträge steigen jedoch erfahrungsgemäß mit fortschreitender Vertragslaufzeit an. Abhilfe schafft dahingehend eine eingebaute Dynamisierungskomponente, damit der Versicherte im Alter nicht auf den Beitragssteigerungen sitzen bleibt. Nachteil: Die Ergänzungsprämie erhöht sich regelmäßig leicht – und zwar parallel bzw. prozentual zur Prämie der übrigen Vollversicherung.
Prämienbeispiel für einen 32-jährigen männlichen Angestellten: Der Esprit X vom Deutschen Ring mit einem Gesamtbeitrag von 309,43 Euro beinhaltet 30,60 Euro für die Beitragsreduzierung im Alter. Wünscht der Kunde eine Beitragsreduzierung von 180 Euro, wird die Grundprämie von 1,70 Euro mit 18 multipliziert. In Zehnerschritten kann die Tarifstufe erhöht oder verringert werden. Die Prämie verläuft nicht automatisch dynamisch, kann aber auf Wunsch des Kunden angepasst werden. Maximal lässt sich im BSA eine 100-prozentige Beitragsreduzierung absichern.
Prämienbeispiel für einen 32-jährigen männlichen Angestellten: Der HanseMerkur-Tarif KVE kostet 217,20 Euro (600 Euro SB) inklusive dem beitragsreduzierenden MBZ in Höhe von 31,80 Euro. Wählt der Versicherte die Tarifstufe 15 reduziert sich sein Beitrag um 150 Euro im Alter (Berechnung: 15 mal 2,12 Euro = 31,80 Euro). Maximal können 50 Prozent des Beitrages reduziert werden. Die Prämie verläuft nicht automatisch dynamisch, kann aber auf Wunsch des Kunden angepasst werden.
Langfristige Treue notwendig
Risiko: Versicherte sollten sich bei Abschluss des Tarifes sicher sein, dass sie auch im Alter Kunde der Gesellschaft bleiben möchten. Denn wechselt man die PKV, bleibt das Ersparte beim alten Versicherer. Also doch lieber 20 Euro pro Monat unters Kopfkissen legen? Eher nicht, denn ein Nachteil besteht darin, dass der Zinsertrag für Sparverträge der Abgeltungssteuer unterliegt – die Prämie für den Zusatztarif hingegen nicht.
Weiteres Risiko, das wiederum nicht im Handlungsspielraum des Versicherten liegt: Der Eintritt der Versicherungspflicht und damit verbunden der Wechsel in die GKV. In dem Fall können die eingezahlten Beiträge in ein beitragsfreies Krankenhaustagegeld umgewandelt werden. Das bieten allerdings nur wenige Gesellschaften an.
Homöopathische Arzneimittel meist frei verkäuflich
Naturheilverfahren liegen im Trend, auch medial. Zu diesem Zweck hat das Marktfor- schungsunternehmen Insight Health Daten ausgewertet, die sich mit den Verkaufszahlen homöopathischer Arzneimittel im Jahr 2009 in deutschen Apotheken befassen.
Da Homöopathika in der Regel nicht verschrieben werden müssen, wurden von 48,5 Millionen Packungen insgesamt 38,1 Millionen Packungen ohne Rezept verkauft. Sehr viel signifikanter ist in diesem Zusammenhang die Aufteilung der verschriebenen Produkte zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung: 2,5 Millionen Packungen gingen auf Kosten der GKV, während 7,8 Millionen Packungen an privat Krankenversicherte ausgegeben wurden.
Marktkonzentrationsanalyse – Viele Kunden, großes Angebot
Die Untersuchung der Marktkonzentration von Apotheken mit homöopathischer Arzneimittelausgabe ergab, dass knapp die Hälfte aller verkauften Homöopathika (45 Prozent) auf lediglich 20 Prozent der deutschen Apotheken entfielen, während davon die Hälfte der mit dem stärksten Umsatz knapp 80 Prozent des Homöopathiemarktes kontrolliert. Bei dieser Verteilung herrscht das Prinzip „Nachfrage bestimmt Angebot“. Eine große Stammkundschaft mit hoher Tendenz zur Selbstmedikation sorgt gleichzeitig für ein reichhaltiges Angebot an naturheilkundlichen Arzneimitteln vor Ort.
Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten die Kosten für homöopathische Medikamente nur für Kinder bis zum 12. Lebensjahr. Daher sind für Ausgaben für diesen Bereich nur von untergeordneter Bedeutung.
PKV: Homöopathika werden grundsätzlich erstattet
In der privaten Krankenversicherung entscheidet die Heilpraktiker-Klausel, ob Arzneimittel durch einen Heilpraktiker verschrieben und von der PKV erstattet werden können. Kunden mit preisorientierten Verträgen ohne Heilpraktiker-Klausel können sich jedoch im Rahmen der Naturheilverfahren-Klausel homöopathische Arzneimittel von einem Allgemein- oder Schulmediziner verschreiben lassen und erstattet bekommen.
PKV-Verträge im vorderen Preissegment mit Heilpraktiker-Klausel legen jedoch in meist eine maximale Kostenerstattung fest:
- Prozentual: intro|Privat 600 von der Universa, der 75 Prozent der Aufwendungen für Behandlungen bis zu den Regelhöchstsätzen der GOÄ (bis zum 2,3-fachen Steigerungssatz) erstattet. (Frau, 32 Jahre: 325,71 Euro plus 600 Euro SB). 25 Prozent der Rechnung müssen immer vom Patienten selbst bezahlt werden
- Summenmäßig und prozentual: AGILcomfort960 von der R+V, der 75 Prozent der Aufwendungen für Heilbehandlung durch Heilpraktiker einschließlich verordneter Arznei- und Verbandmittel nach GebüH erstattet, maximal erhält der Patient jedoch 750 Euro je Kalenderjahr von seiner Gesellschaft. (Frau, 32 Jahre: 306,37 Euro plus 960 Euro SB)
- Summenmäßig: Vital N-900 von der Axa, der 100 Prozent der Aufwendungen für Behandlungen und Arzneimittel innerhalb des GebüH bis zu einer Gesamtleistung von 1000 Euro pro Versicherungsjahr erstattet (Frau, 32 Jahre: 346,30 Euro plus 900 Euro SB)
- Begrenzung nur beim Erstattungssatz: der TOP 2-Tarif von der Nürnberger erstattet alle Kosten für heilpraktische Behandlungen ohne Obergrenze – bis zum Mindestsatz des Gebührenverzeichnisses für Heilpraktiker. Das bedeutet, dass entsprechend der Preisspanne, die ein Heilpraktiker für eine bestimmte Leistung wie etwa Akupunktur ausschöpfen darf, nur der niedrigste Wert erstattet wird. (Frau, 32 Jahre: 350,23 Euro plus 600 Euro SB). Im Bereich der Arzneimittel werden wie im normalen Arzneimittelbereich 80 Prozent der Kosten erstattet. Ab 2.045 Euro pro Versiche-rungsjahr übernimmt die Nürnberger dann alle Kosten vollständig.
Ambulante PKV-Tarife – wo gibt’s die meisten Hilfs-mittel?
Hilfsmittel werden meist erst dann zum Streitthema, wenn man sie braucht. Bei Vertragsabschluss können die wenigsten Versicherten abschätzen, ob sie Bandagen, Krankenfahrstühle und Co. irgendwann dauerhaft, häufig oder nie in Anspruch nehmen müssen. Wer seinen Hilfsmittelkatalog erst im Bedarfsfall durchblättert, kommt meist zu spät. Entweder ist das benötigte Mittel nicht enthalten oder es existiert eine preisliche Obergrenze und wird nicht beliebig oft erstattet.
Ein Anwalt, der an Multiple Sklerose erkrankt war, hatte seine PKV aufgrund ihrer einge-schränkten Kostenzusage für einen elektrischen Krankenfahrstuhl vor dem Bundes-sozialgericht verklagt und verloren. Ein umfassender Hilfsmittelbereich steht in der Regel auch gleichzeitig für einen besonders hochwertigen Tarif mit vielen Extras. Nachfolgende Tarifbeispiele zeigen, was alles dazu gehört.
Nicht Bestandteil der Standardausstattung von ambulanten PKV-Bausteinen sind beispielsweise Atemüberwachungsmonitore, Beatmungsgeräte, Sauerstoffkonzentratoren, die uneingeschränkte Erstattung von Krankenfahrstühlen sowie die Kostenübernahme für Heimdialysegeräte und Blindenhunde. Letztere finden sich nur in rund 28 Prozent aller ambulanten PKV-Tarife. Ebenso erfüllen nur knapp 40 Prozent das Kriterium der 100-prozentigen Erstattung aller Hilfsmittel. In diesem Fall muss der Versicherte keine Zuzahlung oder Eigenanteil leisten.
Deutscher Ring punktet mit Hilfsmitteln
Vom Kriterium des allgemeinen Leistungsumfangs steht vor allem der ComfortP-Kompakttarif vom Deutschen Ring ganz oben auf der Liste. Für eine 33-jährige Frau (selbstständig ohne Arbeitgeberanteil) kostet er monatlich 530,11 Euro inklusive einem prozentualen Selbstbehalt von 20 Prozent bis maximal 540 Euro. Dafür erstattet er unter anderem auch die Sachkosten für Geräte zur Heimdialyse, Blindenhund, Blutzuckermessgeräte, Sauerstoffgeräte und Sauerstoffkonzentratoren, orthopädische Schuhe und Krankenfahrstühle ohne Einschränkung in der Häufigkeit. Die kursiv gedruckten Hilfsmittel bedürfen allerdings einer vorigen Zusagen des Versicherers.
Ähnlich leistungsstark sind auch die anderen ambulanten Tarife des Deutschen Ring Krankenversicherungsvereins. Der Esprit sowie der Esprit X mit dem besten Prämien-Leistungsverhältnis (403,25 Euro und 900 Euro SB) sehen ebenfalls eine großzügige Kostenerstattung im Hilfsmittelbereich vor. So können Tarifkunden etwa einen jährlichen Betrag für orthopädische Schuhe in Höhe von 325 Euro geltend machen.
Besonderheit: Alle Tarife des Deutschen Rings können mit dem PIT-Ergänzungstarif zur Mitnahme der Altersrückstellungen kombiniert werden (Comfort Plus obligatorisch). Alle ambulanten Tarifbausteine verzichten auf eine Einhaltung der Höchstgrenzen der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) – der ComfortPlus auch bei Auslandsrechnungen.
Hilfsmittel bei Halleschen und Mannheimer
Auch der AV-Kompakttarif von der Halleschen sowie der Luxustarif PURISMA MAX von der Mannheimer Krankenversicherung sind nicht nur leistungsintensiv, sondern bieten auch eine große Bandbreite an Hilfsmitteln. Preislich sowie preis-leistungsorientiert liegt das AV-Tarifwerk mit dem AV2-Kompakttarif und einer monatlichen Prämie von 505,26 Euro und einer Selbstbeteiligung von 461,25 Euro etwas vor dem PURISMA und sieht überdies explizit die 100-prozentige Kostenerstattung für Pulsoximeter, Säuglings-Überwa-chungsmonitore, Inkontinenztrainingsgeräte, TENS-Geräte gegen Muskel-verspannung, UVA/UVB-Bestrahlungsgeräte und Wechseldruckmatratzen vor.
Besonderheit: Frauen erhalten nach einer Entbindung eine Pauschale in Höhe von 550 Euro und müssen diesen Betrag nicht auf ihren Selbstbehalt anrechnen.
Im PURISMA MAX-Tarifwerk (582,11 Euro plus 600 Euro SB) von der Mannheimer sollte der Hilfsmittelkatalog vor Vertragsabschluss eingefordert werden. In der Regel leistet er für medizinisch notwendige Hilfsmitteln, die von einem Arzt oder Heilpraktiker verordnet worden sind. Speziell im Arzneimittel-bereich punktet der Tarif allerdings durch seine Kostenerstattung für besondere Arzneizubereitungen, dazu gehören homöopathische Hochpotenzen, Spagyrik und Nosoden sowie bestimmte medikamentenähnliche Nährmittel, die notwendig sind, um schwere gesundheitliche Schäden, wie Enzymmangelerkrankungen, Morbus- Crohn und Mukoviszidose, zu vermeiden.
Hinweis: Alle genannten Hilfsmittel in den vorgestellten Tarifen stellen keine vollständige Aufzählung dar. Auch PKV-Tarife haben offene sowie geschlossene (Deutscher Ring und Hallesche) Hilfsmittelkataloge und manche Tarife senken ihre Kostenerstattung auf einen Betrag herab, der bei einer möglichen alternativen und kostengünstigeren Versorgungsform oder bei Bezug des Hilfsmittels über einen Kooperationspartner angefallen wäre (Deutscher Ring Krankenversicherungsverein). Bei Vertragsabschluss sollten die Bedingungen genau durchgelesen und im Zweifelsfall eine Auflistung angefordert werden.
Barmenia startet modifizierte +Tariflinie
Schwerpunkt Zahn oder lieber hochwertige Krankenhausleistungen? Wer genau weiß, worauf er Wert legt, kann sich in der neuen easyflex+-Tariflinie einen übersichtlichen, maßgeschneiderten Versicherungsschutz zusammenstellen. Dabei wird zum einfachen Grundschutz easyflexstart+ ein Extrapaket dazugebucht. Wie üblich gilt: Ein frühes Ein- stiegsalter sichert niedrige Prämien, doch wie hoch fallen Monatsbeiträge für Versicherte aus, die erst mit 45 Jahren in die PKV wechseln?
Easyflex dent+ und clinic+ heißen sie und erweitern die Tarifserie, die die Barmenia im August 2009 auf den Markt gebracht hat, um einige interessante Komponenten im Zahn- und stationären Bereich.
dent+
Im easyflex dent+-Tarif lässt sich der Eigenanteil für teuren Zahnersatz wie Prothesen, Brücken, Kronen, Stiftzähne auf ein Minimum reduzieren, denn die Gesellschaft übernimmt in diesem Tarif 85 Prozent des Rechnungsbetrages auch für hochwertiges Material. Im Gegenzug müssen sich Kunden des dent+ mit einfachen Krankenhaus-Leistungen zufrieden geben: Erstattet werden lediglich die Kosten für Belegarzt und Mehrbettzimmer.
Zahnersatz nach Zahnstaffel
Doch Vorsicht: In diesem Tarif gibt es eine Zahnstaffel: Und so werden für Zahnersatz und Kieferorthopädie im ersten Kalenderjahr bis 1.000 Euro, im 1. bis 2. Kalenderjahr 2.000 Euro, im 1. bis 3. Kalenderjahr 3.000 Euro, im 1. bis 4. Kalenderjahr bis 4.000 Euro und im 1. bis 5. Kalenderjahr bis 5.000 Euro geleistet. Erst ab dem sechsten Kalenderjahr fällt die Zahnstaffel weg und sämtliche Kosten werden in unbegrenzter Höhe erstattet.
Männlich, selbständig, 200 Euro Eigenanteil
Weniger Komfort im Krankenhaus – stattdessen niedrige Prämie: Männer mit Selbständigenstatus zahlen bei einem Eintrittsalter von 30 Jahren und einer Selbstbeteiligung von 200 Euro im dent+ nur 257,41 Euro. Für PKV-Einsteiger im Alter von 35 Jahren werden 293,38 Euro pro Monat fällig. Mit 40 Jahren erhöht sich die Prämie auf 336,57 Euro und wer sich erst noch mit 45 Jahren für eine private Krankenversicherung entscheidet, zahlt im easyflex dent+ 389,95 Euro pro Jahr – individuelle Risikozuschläge können die Prämie noch verteuern.
Wichtig: Bei Angestellten reduziert sich der Beitrag durch den Arbeitgeberzuschuss jeweils um die Hälfte!
easyflex clinic+
Umgekehrt bietet der easyflex clinic+ hochwertige Klinik-Leistungen mit Ausgleichszahlung von 50 Euro pro Tag, falls etwa Chefarztbehandlung oder Einbettzimmer nicht in Anspruch genommen werden (können). Außerdem fallen ab dem 91. Tag des Krankenhausaufenthaltes die Monatsbeiträge weg und Eltern können ihre Kinder im Rahmen der Rooming-In-Klausel ins Krankenhaus begleiten. Dabei muss der Versicherte allerdings Abstriche bei der Zahnversorgung machen, denn bei 60-prozentiger Kostenerstattung bleibt von Rechnungen für Zahnersatz, Inlays und Kieferorthopädie ein beträchtlicher Anteil auf der Seite des Patienten übrig. Kosten für Zahnbehandlungen werden jedoch weiterhin von der Barmenia vollständig übernommen.
Männlich, selbständig, 200 Euro Eigenanteil
Der easyflex clinic+ liegt preislich leicht über dem dent+ und kostet im Alter von 30 Jahren 283,52 Euro, im Alter von 35 Jahren 328,44 Euro. Wer den Barmenia Klinik-Tarif mit 40 Jahren abschließt, zahlt im günstigsten Fall eine Monatsprämie von 383,67 Euro und mit 45 Jahren werden 451,10 Euro pro Monat fällig.
Die beiden vorgestellten Plus-Tarife ergänzen die Leistungen des easyflex start+. Wem das ausreicht, der erhält eine besonders günstigste privaten Krankenversicherung und zahlt sogar trotz spätem Wechsel in die PKV mit beispielsweise 45 Jahren eine relativ moderate Prämie in Höhe von 350,12 Euro – ohne individuellen Risikozuschlag.
Interessante Tarifdetails sind beispielsweise die 90-tägige Kostenerstattung für eine Haushaltshilfe bei Schwangerschaft und Entbindung zu 75 Euro pro Tag, die 75-prozentige Erstattung für Heilmittel wie Logopädie, Ergotherapie, Schwangerschafts- und Rückbildungsgymnastik. Auch stationäre Kurleistungen, nicht standardmäßig in einem PKV-Vertrag enthalten, können vollständig und inklusive einem Genesungsgeld von 75 Euro pro Tag in Anspruch genommen werden.
Ab einem Eintrittsalter von 30 Jahren kostet der Starter-Tarif für einen Selbständigen oder Freiberufler lediglich günstige 230,17 Euro. Mit steigendem Alter staffeln sich die Prämien wie folgt:
- 35 Jahre: 262,55 Euro
- 40 Jahre: 301,63 Euro
- 45 Jahre: 350,12 Euro
Wahlweise kann mit einem Selbstbehalt von 750 Euro pro Jahr die Monatsprämie noch weiter verringert werden.
Selbstbehalt und Gesundheitsvorsorge
Besonders wichtig: Trotz Zahnprophylaxe, Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen bleibt man weiterhin leistungsfrei und gefährdet weder die Beitragsrückerstattung, noch fallen diese Leistungen unter den Selbstbehalt .
Wer seinen Grund-Schutz mit allen Plus-Komponenten aufwerten möchte, entscheidet sich am besten für den eaysflex comfort, der sich zusätzlich zu allen genannten Leistungen durch eine besonders hohe Kostenerstattung im Heil- und Hilfsmittelbereich (90 Prozent), durch Beitragsbefreiung nach einer Entbindung sowie durch den Einschluss einer Heilpraktiker-Klausel auszeichnet.
Garantierte Beitragsrückerstattung – Wie hoch ist die Ersparnis?
„Ich gehe im Jahr nur zweimal zum Arzt!“ Wer sich auf seine Gesundheit verlassen kann, hat’s bei privaten Krankenversicherungen sogar doppelt gut. Denn Kunden, deren Vertrag eine garantierte Beitragsrückerstattung enthält, bekommen nach Ablauf eines Jahres ohne ärztliche Leistungen einen Bonus ausbezahlt. Im Nachhinein verringert sich dadurch die Monatsprämie um 30 bis 50 Euro – im Einzelfall sogar mehr. Allerdings besitzt jede Gesellschaft individuelle Regelungen zur Beitragsrücker-stattung. Am Beispiel einer 32-jährigen privat vollversicher- ten Frau soll nachfolgend gezeigt werden, wie hoch die Ersparnisse ausfallen können und wie die Rückerstattung im Einzelfall berechnet wird.
MediVita von der Gothaer – Zwei Monatsbeiträge zurück
Wer am Jahresende auf einen Bonus unabhängig vom Unternehmenserfolg spekuliert, sollte kleine Arztrechnungen (außer für Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen!) selbst bezahlen. Da viele Tarife allerdings ohnehin einen Selbstbehalt vorsehen, kann der Versicherte erst eine Kostenerstattung beantragen, wenn er diesen Betrag aufgebraucht hat. Der MediVita 250 kostet beispielsweise 449,91 Euro im Monat und verlangt von der oder dem Versicherten einen Eigenanteil von jährlich 250 Euro im ambulanten Bereich.
BRE abhängig von der Prämienhöhe
Die Beitragsrückerstattung in Höhe von 51,59 Euro wird im MediVita nach einem leistungsfreien Jahr ausgezahlt und bemisst sich zwar nach der Prämienhöhe, nicht aber nach der Gesamtprämie. Berücksichtigt werden hier nur die ambulante und die stationäre Teilprämie des Kompakttarifs. Die Kosten für die Ergänzungstarife MediClinic und MediVita Z 70, für die Pflegepflichtversicherung und den 10-prozentigen Vorsorgezuschlag wirken nicht beitragsmindernd.
Wie berechnet sich die BRE im MediVita?
Rechnung:
- Gesamtprämie 449,91 Euro
- Prämie für den Kompakttarif MediVita250: 309,45 Euro (ambulant und stationär)
- Prämie für den Ergänzungstarif MediClinic: 33,92 Euro (stationär – für hochwertigere Klinikleistungen)
- Prämie für den Zahnbaustein MediVita Z 70: 47,82 Euro
- Prämie für die Pflegepflichtversicherung: 19,60 Euro
- Prämie für den Vorsorgezuschlag: 39,12 Euro
Nur die zweifache Prämie für den Kompakttarif wird am Jahresende ausgezahlt und ergibt dann die durchschnittliche monatliche Beitragsentlastung von 51,59 Euro rückwirkend.
- Prämie: 449,91 Euro
- Monatliche Ersparnis: 51,59 Euro
ECONOMY – zwei Monatsbeiträge
Der ECONOMY-Kompakttarif von der Continentale sieht ebenfalls die Erstattung von zwei Monatsbeiträgen vor. Die Gesamtprämie in Höhe von 301,18 Euro verringert sich dabei um 37,04 Euro pro Monat, wenn weder für Zahnarzt, noch Krankenhaus oder im ambulanten Bereich eine Rechnung eingereicht wurde. Die Rückerstattung bemisst sich nach den reinen Kosten des Kompakttarifs, der für dieses Beispiel 222,33 Euro beträgt. Die Kosten für Pflegeversicherung und gesetzlichem Vorsorgezuschlag werden auch hier nicht berücksichtigt.
- Prämie: 301,18 Euro
- Monatliche Ersparnis: 37,04 Euro
CVP – fünf, drei oder zwei Monatsbeiträge
Der CVP 500 von der Central kostet monatlich 419,42 Euro und gewährt bis zu fünf Monatsbeiträge für Neukunden nach dem ersten Kalenderjahr zurück. Dadurch kann der Versicherte bis zu 166,39 Euro pro Monat sparen. Die Berechnung schließt alle Kosten für den Kompakttarif ein, inklusive dem Vorsorgezuschlag, allerdings gilt das nur beim Neuabschluss. Wer länger Kunde ist, muss mindestens im aktuellen und den zwei vorangegangenen Jahren ohne Arztbesuch (sprich: Leistungsbezug) gewesen sein.. Bleibt man zwei Jahre „ohne“, erhält man zwei Monatsbeiträge erstattet. Ist der Versicherte nur im Anspruchsjahr ohne Leistung, verringert sich der Bonus auf zwei Monatsbeiträge.
- Prämie: 419,42 Euro
- Monatliche Ersparnis: bis zu 166,39 Euro für Neukunden im ersten Jahr oder nach drei Jahren ohne Anspruch
- Monatliche Ersparnis: 99,84 Euro nach zwei Jahren
- Monatliche Ersparnis: 66,56 Euro nach einem Jahr
Pauschale Rückerstattung im „privat“ und „K“
Die Signal bietet mit dem privat5-Kompakttarif gute Leistungen zu niedriger Prämie 386,31 Euro, allerdings mit einem sehr hohen jährlichen Selbstbehalt (960 Euro). Das spielt jedoch für die Beitragsrückerstattung keine Rolle, da hier eine pauschale Auszahlung in Höhe von 600 Euro im ersten Kalenderjahr erfolgt, was die Prämie um monatlich 50 Euro vergünstigt. Im zweiten Jahr erhält der oder die Kundin 750 Euro und im dritten aufeinanderfolgenden Jahr erhält der Versicherte 900 Euro. Vorsorgeuntersuchungen, Zahnprophylaxe und Schutzimpfungen können trotzdem in Anspruch genommen werden.
- Prämie: 386,31 Euro
- Monatliche Ersparnis: 50 Euro
Der K300-Tarif von der ARAG mit solidem Prämien-Leistungsverhältnis kostet 391,59 Euro, sieht 300 Euro Eigenanteil vor und erstattet nach einem leistungsfreien Jahr 300 Euro und verringert die Monatsprämie um 25 Euro pro Monat. Trotz Vorsorgeuntersuchungen und Schutzimpfungen bleibt man leistungsfrei.
- Prämie: 391,59 Euro
- Monatliche Ersparnis: 25 Euro
Neugeborene in der PKV – Tarife und Prämien

Eltern, die ihr neugeborenes Kind privat versichern müssen oder wollen, stehen zwei Möglichkeiten offen: Entweder schließen sie einen Vertrag bei der Gesellschaft eines Elternteils ab oder sie wählen eine anderen privaten Krankenversicherung. Die zweite Option birgt einen ent- scheidenden Nachteil. Denn dort müssen Gesund- heitsfragen beantwortet werden und die Beiträge richten sich nach den Ergebnissen der Erstuntersuchungen (U). Entsprechend kann dann ein chronisches Leiden (Hör- oder Herzfehler) einen Risikozuschlag verursachen.
Werden Säuglinge dagegen in der gleichen PKV-Gesellschaft wie ihre Eltern binnen drei Monaten nach der Geburt versichert, wird der Gesundheitszustand nicht geprüft, denn dann besteht Kontrahierungszwang bzw. Annahmepflicht. Wer nicht auch die bestehende Gesellschaft zurückgreifen oder sich einen Überblick über die Monatsprämien und das Preis-Leistungsverhältnis anderer Gesellschaften verschaffen möchte, findet nachfolgend einige Rechnungsbeispiele mit unterschiedlichem Leistungsniveau für Säuglinge in der PKV.
Einige Kriterien für die PKV-Kinderversicherung
- Prinzipiell gilt: Mehr als 100 Euro muss man für ein Kind nicht zahlen
- Kein oder sehr niedriger Selbstbehalt. Arztbesuche finden in den ersten Lebensjahren sehr viel häufiger statt als im Erwachsenenalter, daher lohnt es sich, ihn erst ab dem siebenten Lebensjahr zu erhöhen
- Schutzimpfungen und Vorsorgeuntersuchungen sollten zu 100 Prozent erstattet werden und nicht den Selbstbehalt beeinträchtigen – jeweils nach gesetzlich eingeführten Programmen und der STIKO
- Wer den Heilpraktiker-Klausel weglässt, kommt günstiger. Naturheilverfahren (beim Hausarzt) sind immer mitversichert
- Bei Zahnersatz einen niedrigen Erstattungssatz wählen, da dieser Bereich bis zum 20. Lebensjahr (und auch darüber hinaus) kaum Kosten verursacht ist
- Logopädische Leistungen sind ein sinnvoller Einschluss
- 60 Prozent Erstattung fürHeilmittel (Physiotherapie etc.) sind ausreichend
Ohne Selbstbehalt
Kinder, die im Juli geboren worden sind und bis Oktober privat krankenversichert werden, zahlen bei der Halleschen im Tarif Primo Bonus eine Monatsprämie von 119 Euro. Dafür erhalten sie im ambulanten Bereich:
- Heilmittel zu 75 Prozent der Kosten, auch für Logopädie und Ergotherapie, erstattet
- Schutzimpfungen und Vorsorgeimpfungen zu 100 Prozent (auch Zeckenschutzimpfung)
- heilpraktische Untersuchungs- und Behandlungsmethoden bis zu 1000 Euro pro Jahr (Eigenanteil von 25 Prozent zur Rechnung)
- Brillen werden zu 50 Euro pro Jahr erstattet
Im Zahnbereich erhält das Kind alle Kosten für die Zahnbehandlung (Füllungen, Prophylaxe etc.) und 75 Prozent für Kieferorthopädie erstattet und der stationäre Bereich sieht lediglich Mehrbettzimmer vor, ausreichend für Kinder, da in jungem Alter der Unterhaltungsfaktor eine größere Rolle spielt. Der Beitrag verringert sich um jährlich 360 Euro, wenn keine Leistungen in Anspruch genommen werden. Andernfalls werden Rechnungshöhe und Jahresbonus gegengerechnet.
Der MediStart 1BO kostet 122,13 Euro und bietet ebenfalls eine umfangreiche Leistungspalette ohne Selbstbehalt. Unter anderem beinhaltet der Tarif folgende Eckpunkte:
- Heilmittel zu 75 Prozent der Kosten
- 100 Prozent für Vorsorge und Schutzimpfungen
- heilpraktische Untersuchungs- und Behandlungsmethoden bis zu 1000 Euro pro Jahr (Eigenanteil von 25 Prozent zur Rechnung)
- Brillenträger erhalten 50 Euro pro Kalenderjahr erstattet
- Mehrbettzimmer
- Zahnbehandlung: 100 Prozent und Kieferorthopädie 70 Prozent
Wichtig: Kinder sind im MediStart ohne Einschränkung allein versicherbar. Außerdem verringert sich der Beitrag um jährlich 480 Euro, wenn keine Leistungen in Anspruch genommen werden. Andernfalls werden Rechnungshöhe und Jahresbonus gegengerechnet.
Günstiger Tarif – Ohne Heilpraktiker
Die R + V versichert Kinder in ihrem AGIL classic0 für 88,32 Euro ohne Selbstbehalt mit einem ausreichenden aber abgespeckten Leistungspaket. Auch hier können Kinder ohne Einschränkungen allein versichert werden. Im ambulanten Bereich muss zwar das Primärarztprinzip eingehalten werden, stellt aber keine Einschränkung dar, weil der Kinderarzt dazu gehört. Nachteil des Tarifes ist, dass hier in allen Bereichen nur die Kosten bis zum Regelhöchstsatz erstattet werden. In den einzelnen Bereichen erhalten Kinder:
- Heilmittel mit einer Kostenerstattung zu 60 Prozent – Logopädie und Ergotherapie sind nicht mitversichert
- 100 Prozent für Vorsorgeuntersuchungen und Schutzimpfungen
- Sehhilfen: 100% der Aufwendungen für Brillen und Kontaktlinsen bis zu max. 150 Euro, innerhalb von jeweils drei Kalenderjahren
- Wichtig: Vorsorgemaßnahmen, Schutzimpfungen, Zahnreinigung und Zahnprophylaxe beeinträchtigen die Beitragsrückerstattung nicht!
- Zahnbehandlungen werden zu 100 Prozent und Kieferorthopädie zu 60 Prozent erstattet
Tarife mit niedrigem Selbstbehalt …
… können Eltern für ihre Kinder bei der Württembergischen abschließen. Der GN kostet monatlich 111,49 Euro und sieht einen Eigenanteil von 150 Euro vor. Damit erhöht sich die Prämie auf maximal 123,99 Euro, wenn das Kind mehrmals im Jahr zum Arzt muss. Besonderheiten des Tarifs sind die Kinderalleinversicherung und die Kostenerstattung für LASIK (Laser in situ Keratomileusis) bis zu einem Rechnungsbetrag von 1.500 Euro je Auge, wenn eine Korrektur nicht mit Brille oder Kontaktlinsen ausgeglichen werden kann. Ansonsten erhalten Kinder 125 Euro innerhalb von zwei Versicherungsjahren für Sehhilfen und 80 Prozent für kieferorthopädische Behandlungen sowie die volle Erstattung für Zahnbehandlung. Die heilpraktischen Behandlungskosten werden zu 80 Prozent, aber nur bis zum Rechnungshöchstbetrag von 500 Euro pro Jahr übernommen.
Günstiger ist der VollMedSMB-Tarif der DKV für 93,28 Euro plus 165 Euro Selbstbehalt. In diesem Primärarzttarif gibt’s allerdings nur 60 Prozent Kostenerstattung für Kieferorthopädie und keine Beitragsrückerstattung, keine Sehhilfen und keinen Heilpraktiker. Heilmittel und Hilfsmittel müssen außerdem mit einem Ergänzungstarif extra abgeschlossen werden (PLU).
Etwas hochwertiger ist der EL Bonus- Halbkompakttarif von der AXA für 113,23 Euro plus 180 Euro Selbstbehalt (maximal 128,23 Euro, wenn Leistungen in Anspruch genommen werden, der Kinder erst ab 16 Jahren alleine versichert. Der Heilmittelkatalog erstattet alle Aufwendungen, auch Ergotherapie und Logopädie, zu 75 Prozent, während im umfangreichen Hilfsmittelbereich eine 100-prozentige Erstattung erfolgt. Das gilt sogar für Allergikerbettwäsche bis maximal 200 Euro pro Kalenderjahr, um der steigenden Anzahl an asthmakranken Kindern mit Staubmilbenallergie Rechnung zu tragen.
Zahnbehandlungen werden zu 100 Prozent und Kieferorthopädie zu 75 Prozent erstattet. Heilpraktische Behandlungen und Arzneimittel können bis zu 1000 Euro pro Kalenderjahr in Anspruch genommen werden mit einem (25 Prozent Zuzahlung). Schutzimpfungen und Vorsorge sind kostenfrei, während die Beitragsrückerstattung, sobald die Eltern für ihr Kind ein Kalenderjahr lang keine Rechnungen eingereicht haben Vorsorgeuntersuchungen nach gesetzlichen Programmen berühren den Anspruch nicht.
Kinder können auch später privat krankenversichert werden, wenn sich die Einkommen-situation der Eltern ändert oder ein Elternteil in eine private Krankenvesicherung wechselt. Dann wird jedoch wie bei Erwachsenen eine Gesundheitsprüfung fällig. Wer plant, sein Kind in jedem Fall privat zu versichern, hat direkt nach der Geburt die günstigsten Bedingungen dafür.

















